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12 (1848) [Schl - Zwe]
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Schulen, Mittelschule». 15

dennoch längere Zeit hindurch das alte Ansehen der von den Heiden begründeten und gehegtenWissenschaftsschulen, und im griechischen Theile des römischen Reichs huldigten bisauf Arcadius (395408) jener alten Bildung die höheren Stände, während Hof undVolk christlich waren. Dabei entwickelte sich aber das unselige, mit selbstständiger Pflegtder Wissenschaften unvereinbare Mönchthum schon seit dem Ende des dritten Jahr-hunderts raschen Schrittes, und seit Theodostus (377395) wurden die älteren heid-nischen Schulen von Staats wegen geschlossen ^). Die christliche Geistlichkeit, zur un-umschränkten Herrschaft gelangt, suchte jetzt alle heidnische Bildung, gleichgültig, jasogar feindselig gegen ihren geistigen absoluten Werth, gänzlich zu vernichten. ImOccident verschwanden die alten, früher so blühenden römischen Schulen aus den vongermanischen Stämmen überzogenen und meist zerstörten Städten entweder völlig, odersie waren nach und nach in Kloster- und Stiftsschulen umgewandelt worden. War jadas Ehristenthum, wenn auch nicht ausschließlich, doch durch den sich bald entwickelndendogmatischen Eigensinn wesentlich zugleich Lehre, auf schriftlichen, in alten Sprachenverfaßten Urkunden beruhend, somit der Wissenschaft durchaus bedürftig. Daher dieErscheinung, daß sich der Rest der alten Studien in den Schoos der Herrscherin Kircheflüchtete und sich so mit dem Christenthum in die spätere Zeit rettete. Die Geistlichkeit(damals im Besitz alles Wissens, ja aller Kenntnisse bis auf das Lesen und Schreiben)war es also (ohne ihr wahres, zum Theil ohne alles Verdienst), in welcher sich der Keimerhielt, der unter günstigen Umständen endlich wieder zur Entfaltung wahrer freierWissenschaft kommen sollte. Die karolingischen Bildungsanstalten waren von jenemPriestergeiste ausgegangen, Institute bornirter Form und bornirter Erfüllung, für dieWissenschaft als solche ganz unbedeutend.

Nur was in den Pfaffenkram paßte, wurde gelehrt, und jeder andere Unterrichts-gegenstand, den man neben der Religionslehre aufnahm, wurde, wie Philosophie unddas Latein, so verkuttet und verpfafft, daß man sie nicht mehr erkannte^). Auch dieletzten Spuren des klassischen Alterthums wurden vernichtet, alle Musen mit Mönchs-latein und scholastischem Unsinn vergiftet^). Also wurden beim Wiederaufleben derWissenschaften im 15. Jahrhundert die ersten Lehrer der griechischen und römischen Lite-ratur allenthalben wie Gesandte Gottes empfangen. Wo sie erschienen, da empörte sich dieJugend gegen ihre bisherigen Unterdrücker und Jrrlehrer. Knaben und Jünglinge warfendie bisherigen Schulbücher und Schulwissenschaften mit der nehmlichen Wulh von sich, mitder sie sich nun dem frischen Studium der Alten Hingaben. Wie grimmig istLukher dar-über, daß er in jenem elenden Unterrichte seine Jugend verloren !Ja, wie leid ist mir'sjetzt, daß ich nicht mehr Poeten und Historien gelesen habe und mich auch dieselben Nie-mand gelehret hat. Und habe dafür müssen lernen des Teufels Dreck mit großen Kosten,Arbeit und Schaden, daß ich genug habe daran auszufechten."

Die Urheber der Reformation, welche eben aus dem hereingebrochenen Lichte derwiedererwachten Wissenschaft und der von da gekommenen Erleuchtung des Geistes ent-standen war, fühlten zu sehr in sich selbst, was sie dem ächten Studium der Alten ver-dankten, und legren eben dieses Studium als fast ausschließliche Beschäftigung den durchsie in ganz Deutschland entweder umgestalteten oder neu hervorgerufenen Schulen zuGrunde. Die mittler» Gelehrtenschulen waren also und sind noch jetzt seit jener Zeit:Anstalten der Vorbereitung zum gelehrten Studium, erbaut auf denGrund der Griechen und Römer. So wichtig aber die Erhaltung dieses Bodens

3) Sch ei dl er,Die Universität" S. 185.

4) Pölitz,Staatswiff. Vorles." II. 320, sagt das Nehmliche, nur mit anderenWorten, wenn er bemerkt, diese Schulen seien im Vcrhällniß zu dem geistigen Bildungs-Horizonte ihres Slifrungszeitaiters gestanden. Die sieben Künste, Grammatik, Rhetorik,Dialektik (das Trivium), Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie (das Quadrivium) bil-deten, in jener barbarischen Weise behandelt, den Lehrkreis benannter Schulen. Wie wenigüberhaupt die Klöster in jeder Beziehung für die Wissenschaften leisteten, wie viel sie dagegenschadeten, erläutert der Art.KlLste r" im 8. Bande.

b) Greverus S. 20 flg.