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12 (1848) [Schl - Zwe]
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14
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14 Schulen, Mittelschulen.

Schottland, s. England.

Schrift, heilige, s. Bibel,

Schrtftsässigkeit, s. Gerichtsstand.

Schulen, Mittelschulen. Die Schule in ihrer allgemeinsten Bedeutung hatdie doppelte Ausgabe, durch theoretischen und praktischen Unterricht die Jugend zum wah-ren Menschencharakter zu führen, zugleich aber auch für das bürgerliche Leben heranzu-bilden. Beide Zwecke, der allgemeine wie der besondere, stehen unter sich in der genaue-sten Verbindung und Wechselwirkung. Die Verschiedenheit des besondern Zweckes derBildung für die Gesellschaft und den Staat bewirkte im Verlause der Zeit, abgesehen vonder gewöhnlichen Volks - oder Elementarschule, vorzüglich zwei Hauptclassen von höherenSchulen, nehmlich 1) solche, welche ihr Lehreiement vorzugsweise aus der Gegenwartund dem mit ihr verknüpften Wirklichen (Realen) hernehmen, und 2) Schulen, fürwelche dieses Element vorzugsweise aus der Vergangenheit und dem aus ihr sich ent-wickelnden Idealen hervorgeht. Es steht also der Real- oder technischen Schuledie Jdealschule entgegen, welche man auch Literar- oder Gelehrrenschule zu nen-nen pflegt und in Gymnasium *) und Universität, als zwei Potenzen,

Zweck dieser Gelehrrenschule, des Gipfels des gesammten Schulwesens, ist: durch har-monische Ausbildung der Geisteskräfte philosophisches (im weitesten Sinne des Worts),d. h. selbstbewußtes und selbstthätiges Wissen zu begründen. Die Jdealschule geht dar-auf aus, durch ihr ganzes Lehrelement vorzugsweise den Geist zu üben, ihn behend undkräftig zu machen, daß er nicht blos Wahrheiten zu begreifen, sondern sie aus sich selberzu construiren im Stande sei. Das Gymnasium, als der untere Theil der Gelehrten-schule (in Betracht der Mitte zwischen Volksschule und Universität auch gelehrte Mit-telschule genannt), hat dabei das Geschäft, als Vorbereitungsanstalt theilsdem Geiste Materialien zuzuführen, theils die einzelnen Kräfte an diesen Materialien zuüben. Der Unterricht des Gymnasiums, dem deshalb mehr der Charakter der Philo-mathie oder ausnehmenden Wißbegiecde als der der Philosophie oder vollendeten Wissen-schaft einwohnt, bezieht sich auf Sprachen, Wissenschaften und Künste, die in einerwohlberechneten Stufenfolge vom Leichtern zum Schwerem mitgetheilt werden ^).

In der innigsten Verbindung steht also, wie th e (Die christliche Volksbildungnach ihren Hauptgesichtspunkten" S. 701 flgg.) sich ausdrückt, das Gymnasium nachoben hin mit der Universität und ist eigentlich nur Vorschule für diese, wie Vorhallezum Tempel der Wissenschaft. Doch hat diese Gelehrtenschule selbst auch schon einenuniversellen Charakter; sie erzieht zum Gelehrten, zum wissenschaftlichen Mann, ohneihm einen besonder» Zweig der Gelehrsamkeit und Wissenschaft vorzugsweise oder aus-schließlich darzubieten; sie überläßt eS vielmehr der Akademie, den künftigen Gottesgelehr-ten, Rechtskundigen, Arzt, Naturforscher u. s. w. auszubilden, Jeden für seine beson-dere Sphäre. Aber die Universität wäre nicht, was sie heißt, wenn sie sich darauf be-schränkte; sie stellt sich die höhere Aufgabe, nicht blos Fachgelehrte, sondern wahrhaftwissenschaftlich gebildete Männer zu bilden, welche durch Geschichte und Speculation sichauf einen Standpunkt schwingen, von dem aus jeder Zweig der Wissenschaft als wesent-licher Bestandtheil des größer» Ganzen, der Wissenschaft in ihrer Einheit und Univer-salität , erkannt wird. Auf dieses Wirken der Universität, die nicht mehr Schule imeigentlichen Sinne, sondern Akademie, ein wissenschaftlicher Verein von älteren undjüngeren Forschern sein soll, will das Gymnasium talentvolle Jünglinge vorbereiten.

Nach Einführung des Christenthums, als sogenannter Staatsreligion, erhielt sich

1) Das Wort Gymnasium bezeichnet bei den Griechen die Schule der Körper-Übung, in welche erst später, sehr untergeordnet, auch das Element geistiger Bildung trat.Unsere Nationalität und Einrichtung hat die Sache gerade umgekehrt, was man festhaltenmuß. wenn man gegen diese Anstalten nicht wie Goethe ungerecht sein will; vergl. Staats-Lexikon" Bd. IV. S. SV8 flgg., und in Pauly'sRealencyklopädic des elastischen Alter-thums" den Artikelülstucatio."

2) Vergl. Greverus, Ideen zu einer Revision des gesammten Schulwesens (Olden-burg 1836) S. 7 und 127.