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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
322
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Ste

Sto

Z22

Steuern wehren, ü. Einübel mit Gewalt verhindern. V.Wehren heißt zunächst: sich ge-gen einen Angriff mit Gewalt »er-th.sidigen, und gebet daher aufdie Gewalt, welche man der'wir-keuden Ursache des nbels entgegen-setzt. Hingegen Steuern, vonStauen, Stehen, will sa-gen: daß man die Wirkung je-ner Ursache, d. i. das übel selbst,gleichsam znm Stehen bringe,d. i. seine weitere Verbreitunghindere.

Stiefvater. Pflegevater-st. Wer ein fremdes Kind ernährtund erzieht. V. Pflegevaterhe-ßt jeder, der ein fremdes Kindernährt und erzieht; Stiefva-ter alsdann, wenn das Kmdvon seiner Gattin schon in einerfrüher» Ehe geboren ist. Als-da.ar ist er demselben statt desrechten Vaters. Dies sagt auchdie Etymologie. Denn in denniederdeutschen Mundarten lautetStatt wie bullst, > Leis, wel-ches vor Vater, wegen des D,leicht inbriek übergehen konnte.Die ähnlichen Wörter, alsStiefmutter, Pflegemut-ter u. s. f- sind eben so verschie-den.

Stiege. Treppe. Aufrrirr.ü. E>» Weg, worauf man zueinem hoher» Orte hinausgehenkann. V. Stiege (von Stei-gen) kann jeder Weg dieser Arthißen, insondcri eit, wenn erschmäler ist Wenn er horizontallugende Stufen hat, worauf manbequem treten und stehen kann,insondei heit wenn er zugleich brei-ter ist, so heißt er eine Treppe,von Trappen, Treten. Lin

Auftritt besteht aus eineroder einigen Stufen vor einer jTbür, deren Schwelle so hoch ist,daß man gar nicht, oder nichtbequem hineintretc» kan».

Stiel. Stängel, st. Langeoder länglickte Theile einer Pflan-ze . woran B.nten, Früchte oderBlatter sitz n. V- Sofern die,selben als solche Tbeile berrqch, !tet werden, die zu ander», (z. B. "den Früchten) gehöre», welchedaran sitze» sollen; heißen sie iStiele; wisrigcnfalls Stän-gel. Daher sagt man: der ,Stiel eines Apfels, und, Ros-marienstängel. Denn Stän-gel ist das VerkleinerungswortvonS tauge. Hingegen S tiel,von Stellen, bedeutet immeretwas, woran etwas anderes fest-sitzet, oder worauf es gestelltist, um Labe» angesaßt zu wer-den, wie z. B. der Stiel eines -Meslers, einer Art u. s. f.

Stock. Stab. Stecken, st.Ein langer Theil von dem Slam-me oder Zweige eines Baumesoder eiuer Staude. V Stabbezeichnst denselben von Seitenseiner Form; Stock von Sei-ten seiner Materie; weswegenauch Stab edler ist, als Stock.(S. Hager re ) Was daher nicktaus Holz oder holzartigem Stoffbesteht, wird niemals ein Stock ,genannt Wohl aber giebt es ei- -ferne, messingene ic. Stabe,weil hiebey nur auf die Form ge-sehen wird. Wenn es daher nurauf die Materie ankbmmt, sowird Stock und nicht Stab ge-sagt; z. B. Hasel stock, nicht:Hase! st ab. Die Form des Sta-bes richtet sich aber nach dem,wczu