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Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
298
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Rel

Rer s§8

Reif. Zeitig, st In eigentlicherBeeeutnnz werden diese Wörtervon Früchten gesagt, welche diegehörige Vollkommenheit erlangthaben. V- Sofern sie diese Voll-kommenheit selbst erlangt haben,sind sie reif, und sofern sie diedazu gewöhnlich erforderliche Zeiterreicht habe», sind sie zeitig.Bev schlechter Witterung ist oftder Wein noch nicht reif, wenner auch schon zeitig ist, undbisweilen wird er gar nichtre if.Wahrscheinlich ist Reif mitRaufen, Raffen, Rupfe»,verwandt, da diese HandlungenHey dem Einsammeln reiferF üchte ausgeübt werden. Die-ser Unterschied liegt auch bey demuneigentlichen Gebrauche zumGrunde. Völlig reife Gedan-ken, d- i- solche, welche bereitsdie erforderliche Vollkommenheithaben, können doch sehr »zeitigscyn, wenn ob noch nicht die rechteZeit ist, sie mitzutbeilcu.

Zsteihe. Zeile, ü. Ei» Inbegriffvon Dingen, die nach einer Rich-tung neben einander sind, V.Reibe wird von allen solchenDingen, Zeile aber jetzt nurvon Schriftzcichen gesagt. EinBrief besteht aus mehrern Zeilenpder Reihe n, In einer Stadtaber giebt cS mehrere ReihenHauser, aber nicht Zeilen.Lhe.em wurde indessen Zeileauch von andern Dinge» gebraucht.So neuut z, V der Landmannnoch jetzt die Gerste zwei)zeilig,die an jeder Seite der Ähre zweyReihen Körner hat. Aus-serdem scheint Reihe mehr aufdie Ordnung des Nebeneinander-seyns, Zeile hingegen mehr auf

die nebeneinandcrsevendctt Dingehinzudeuten. Daher sagt mauz. B-: nun kömmt die Reihe(dir Ordnung) an mich; wo manZeile nicht gebrauchen kann.

Der Reihen, Tanz. ü. LinInbegriff schöner Bewegungen desganzen Körpers, die nach einemgewissen Takte geschehen. V> R ei-ben, oder (durch eiue nicht un-gewöhnliche Verwechselung des Hmit dem G) Reigen sind nureine Art von Lanzen, nämlichsolche, wobei) eine ganze Reihevon Personen zugleich tanzen; sodaß dieses Wort mit Reihe (S.den vor. Art.) verwandt ist.Nach einer gewöhnlichen Metony-mie werde» dann auch die MiM-stückc, wonach getanzt wird,Reihen und Tanze genannt,lcligioil. Gottesdienst.Gottes verehr un g. st.Handlungen, die sich unmittelbarans die Lrkenntuiß vor Gott unddie daraus entspringenden Em-pfindungen gründen. V. Got-tesdienst bezeichnet bloß dieseHandlungen. Religion aberbegreift auch die Erkenutuiß vonGott und die daraus entspringen-den Empfindungen der klebe, derBewunderung und Ehrsürcht.Gottesverchrung ist einThcil des Gottesdienstes, indemdazu diejenigen Handlungen ge-hören, wodurch Bewunderung»nd Eörfurcht für Gott ausgerdruckt wird. I» den neuernZeiten hat ma» angefangen Got-tcsverebrung anstatt Got-tesdienst überhaupt zu sagen,weil man den letzte, n Ausdruck fürunschicklich hält? indem der^WenschPer Gottheit nicht dienen könne.

Allein