Druckschrift 
Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

Har 192 Har

hat den Nebenbegriff eines aus- aus vernünftigen Grundsätze;

dauernden und sehnsuchtsvollenWartens. Mau wartet auchauf gleichgültiae Dinge. Manharret aber nur auf ein Gut,.sollte dies such nur in der Be-hexung von einem übel bestellen,wonach man sich sellnt. DieseSehnsucht bewirkt auch das Aus-dauern im Warte n. So wirddas Harren vorzüglich von demWarten auf die Hülfe Gottesgetagt, da diese ein großes Gutist. Harret auf Gott; er wirdam Ende alles gut machen.

Harsch. Harr. ü. Im höher»Grade fest. V. Hart wird vonallen festen Körpern gesagt, de»rcn Theile so fest Zusammenhän-gen, daß sie durch eine äußereGewalt nur schwer getrennt wer-den können! welches hingegen bei)den wcich-en leichter möglichist. Harsch wird nur vonorganischen Körpern gesagt, de-ren feste Theile sich verhärte».Die Haut am menschlichen Kör-per >4 barsch, wenn sie sichrauh und hart ansüblen läßt.

Harr. Unbarmherzig, st.Wer von Jemandes Leiden nichtleicht gerüllrt wird. V. Einharter Körper gibt den Ein-drücken eines Andern nicht leicht«ach. (S- d- vor. Art.s Daherbezeichnet Hart einen jeden, derdurch die Leiden Andrer nichtleicht gerührt wird, cs sey, auswelchem Grunde es wolle. Un-barmherzig ist derjenige, derdurch die Leiden Andrer nicht ge-rührt wird, weil es ihn, an Ge-fühl fehlt, oder weil er an diesenLeiden Vergnügen findet. Hartkaun man bisweilen auch scyn

un barmherzig aber niemals.Die strenge Gerechtigkeit nöibigtoft einen Richter, hart zu scyn,damit er sich nicht durch das Ge-fühl de- Mitleids verleiten lasse,das Recht zn beugen. Der stn»barmherzige «wer ist immerein böser Mensch;«rrc. Strenge ü- Terjeiii«ge, der sich in der Ausübung sei«ner Rechte und Ptl.chten durchkein thc!luchmen>cs Gefühl andem Leiden Andrer bestimme»läßt. V- Der Harte thut düsnicht, weil er sich durch das ge«dachte Gefühl nicht rühren laßt.Vey dem Strengen kann eSauch der Fall scyn, daß er ver-nünftige Grüme hH, dieses Ge-fühl zu beherrschen und sich da«durch nicht leiten zu lassen. Derstrenge Vater bestraft die Der«gehuvgeu seiner K »der mit cm«rfindlichcn Strafen, und laßtkeine einzige ungeahndet, sobalddie Grundsätze einer vernünstigaiErziehung dies erfordern, wennauch sein Herz habe» blutet. Derharte Vater aber ist streng,weil er nichts dabey fühlt. Trwird daher auch dann empfind!!«che Mittel zur Erreichung seinerZwecke gebrauchen können, wennsie entbehrlich, oder wohl garschädlich sind. Die Strengekan» daher auch ein Zeichen sey»von Starke der Verminst undvon ihrer Herrschaft über die Ge«fühle. Daher st-her ibr die sctM«che Nacksichtlgkcit, der Härteaber die Gelindigkeit entgegen,art. Unempfindlich- ü-Derjenige, auf dessen Gelübl«ich! leicht etwas Eindruck macht.

B.