Druckschrift 
Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
190
Einzelbild herunterladen
 

Han

leicht bestimmt werden kann. WerTrieb, Neig» na, Hang zueinem gewissen Vergnügen hat,bey dem wird die Begierde danachdurch die geringste V-ranlassiingerregt. V- Triebe unterschei-den sich tadurch, daß sie ange-boren sind: sie beruhen auf derNaiuremrichtung des Subjects.Bey einem Kinde, be» dem nochkein Hang und keine N e i g u n gzu etwas har entstehen können,äußert sich doch schon der Triebder Selbsterhaltung. Daher wer-den auch den unvernünftigen Thie-ren nur Triebe, aber keinHang und keine Neigungendeygelcgt, weil die Fertigkeitenihres Begehrungsvermögens bloßauf ihier Natureinrichtung beru-hen. Die Triebe werden auchInstinkte genannt; nur daßInstinkt starker auf das Nn-willkührliche und bloß Thierischehindeuket. Wo daher dieser Be-griff nicht hervorstechen soll, dawird Instinkt nicht gebraucht.Der Verliebte redet von seine»zärtlichen Trieben, aber nichtvon zärtlichen Instinkten.Ein Hang «st allemal eine ge-wisse Fertigkeit des untern Be-gehrungevernibgens; eine Nei-gung kann auch eine Fertigkeitdes obern BegehrungsvermbgenSseyn. Wer einen Hang Kat zuAusschweifungen im Trinken, derwird.davon nicht geheilt, wennnicht sei» Wille geneigt ist,diesen Hang ernstlich zu bekäm-pfen. Auf einer andern Seiteunterscheiden sich Trieb undH a » g durch ihre größere Stärkevon Neigung, indem Lies«Stärke einer Neigung nicht im-

Har

wer znkömmt. Denn die Trierbe beruhe» aus der Naturejnrich-tung des Subjects, also aus idunkeln Vorstellungen, und ein lHang entsteht ebenfalls aus sinn-lich.» Vorstellungen; ine dunkeln !und sinnlichen Vo steliun e» aberhaben eine groß, re Ge alt. EureNeigung kann dagegen auchauf. deutlichen »nd vernünftigenVorstellungen beruhen, derenMacht schwacher sinn kann.Dieser letzte Unterschied ist auchaus der eigentlichen B'deutmizdieser Wörter zu erkennen. Li»Körper, der ae trieben wird,oder der von einem jähen Ab-hange hcrabstürzt, bewegt sichheftiger. indcß ein Anorer a»s ei-ner geneigten Ebene ganzsanft Herabaleiten kan».

Harm Gram. Lummer.Herzeleid. Schwermurh.

Ü. Stärkere Traurigkeit. A.Der Kummer ist nickt bloßtraurig über ein vo> Hanübel,sondern sichet auch die unglückli-chen Folgen davon vorher, undsinnet darüber nach, wie er ih-nen abh.lfen könne. Mo dasgegemvärtige übel mackt ihm jSorgen. Daher werden die Wör-ter Sorgen unc> Kummerhäufig verbunden. Einem recht-schaffnen Vater macht ein uiige-rathner Sohn viel Kummerund Sorgen. Dev Gramist gänzlich und alle n ark dasübel geheftet, das ihn erz.ugt.

Er brütet darüber, ohne sichdurch einen Gedanken an etwasAndres zerstreuen zu lasse». Beydem Kummer verursacht dasNachdenken über die Mittel, dmFolgen »«» UbelS vorzubeugea,eine

IZV