Druckschrift 
Handbuch der deutschen Synonymik : bearbeitet nach dem größeren Werke des Herrn Professor Johann August Eberhard
Entstehung
Seite
181
Einzelbild herunterladen
 

Gok

Gok iZl

gehren re.) Gönnen hat denNebenbcgrjff: daß wir zugleichurtbeilen, daß derjenige, demdar Gut oder übel widerfahrt,es verdiene. Wir gönne»demjenigen eine Freude, von demwir glauben, daß er sie verdiene,und gönnen einem Vbsewichtseine verdiente Strafe.

Gottloser. Sünder.»

ser. Boshafter, rückt,scher. Ruchloser. Ver-ruchter. Ü- Freye Wesen, diedem Sittengesetze im hohen Gra-de zuwider handeln. V. Der Be-griff von Sünder und Sün-de ist durch die Religion in dieSprache gekommen. Die Urkun-den der Religion aber nennenjeden einen Sünder, der durchunerlaubte Handlungen eineSchuld auf sich geladen bat, weil,nach den früher», sittlichen Be-griffen eine solche Schuld einerSüne oder Versöhnung bedarf.(S Fehlen re.) Ein böserMensch sucht andern Mensche»Übel zuzufüzen. Dadurch unter-scheidet sich dieses Wort vonS ü »der» Denn der S ü nderkann auch gegen sich selbst sündi-ge», wie z. B. der WollüstlingBoshaft ist der Böse, soferner sich über das übel, das er An-dern zufügt, auch »och freuet.(T. Frevelhaft re.) Tü-ckisch hat, außer dem Begriffedes Boshaften, noch denNebenbcgriff des Heimlichen undHinterlistigen. Denn das alte'Inzken hieß: heimlich nachstellen,und Kat ohne Zweifel sich nieder-bucken, um nickt gesehen zu wer-den, bereuter, wovon auch Tau-che», sich »ater das Wasser ver-

bergen, herkommt. Eine ge-duckte Stellung des Körpers isteine gebückte; die Hühner du-cken sich, wenn sie einen Raub-vogel in der Luft sehen.Gottlos, Ruchlos, Ver-rucht bezeichnen die höher»Grade des moralisch Bösen. EinGottloser hat sich gleichsamvon Gott loS gemacht. Erachtet ganz und gar nicht aufGott und seine Gebote. Ruch-los und Verrucht kommtwahrscheinlich von Rucke» her,welches in der älter» Sprache ach-ten (curere, vetiimere) bedeutete.Danach ist ein Ruchloser der-jenige , der nicht allein auf keineGesetze achtet, sondern auch ge-gen alle Ehre und Schande, undgegen alle Eindrücke des Gewissensunempfindlich ist. Wer imhöchsten Grade ruchlosist, derist ein Verruchter. Denn dieVorsylbc Vcr zeigt oft an: daßdas Ding, wovon dis Rede ist,die Natur dessen, was durch daSHauptwort ausgedruckt wird,gänzlich angenommen habe, undgänzlich davon durchdrungen scy,wie z. B. in Verliebt.

Gorc. Abyorr. Götze. U.Dasjenige Wesen, welches alsdas Höchste verehrt wird. V.Sofern dieses Wesen in der Thatdas einzige', allervollkommcnsteWesen ist, wird cs Gott ge-nannt. Sofern es aber nur gusIrrthum für Gott gehalten wird,

ist cS ein Abgott (S. Ab-gott re.). Ein Götze ist eigent-lich ein Bild eines Abgotts,(S. Abgott:c.) und wenn diesesWort für Abgott selbst ge-braucht wird, so hat es eisen

ver«