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Offenherzige öffnet sein gan-zes Herz, und halt nichts vonseinem Innern geheim. Er istimmer aufrichtig; aber derAufrichtige nicht immer of-fenherzig, sondern zuweilenz u rü ckhaltend.
Aufrichrig. Offenherzig.Fre 's m n rhig. Treu !) c r»zig. Naiv, u- Uezcichne»die Eigenschaft, di- einem Men-schen in so fern zulömmt, als ersein Inneres, der Wahrheit ge-mäß, durch Worte, oder auf an-dere Art bezeichnet; wie auch ei-nen solchen Menschen selbst. V-Wie sich offenherzig vonaufrichtig unterscheide, crbcl-l,t aus dem vorhergehenden Ar-tikel. Offenherzig kann manseyn aus Unvorsichtigkeit undMangel an Klugheit; aber auch,weil man sich nichts Böses bewußtist, und aus Unschuld von denMenschen fo gut denkt, daß maneinem jeden trauen zu konuenglaubt. Diese liebenswürdige Of-fenherzigkeit ist die Treu-herzigkeit. Der Treuher-zige hat ein Herz, das sichund andern trauet- Naiv(von nsrivus) heißt der Ausdruck,der ebne Kunst und Überlegung,durch die Natur allein, ans demInnern hervorgeht; so wie auchderjenige, der sich so «uszudruckenPflegt. Ei» naiver Ausdruckkann dadurch gefallen, daß er er-habne Gedanken auf die simpelsteArt ausdrnckt, ingleicheu durchLas Rührende der Empfindung,wovon er ein unwillkührlicherAusfluß ist, und durch die Unbe-fangenheit eines nuschulhigen,arglose» Herzens, welches sich
dadurch offenbart,auch lächerlich seyn, z. B. wenner wider unsre eigne Absicht et-was verräth, was wir bei einigerÜberlegung würden zu verratheavermieden haben. Jene Frau,der ihr sterbender Mann sagtet,,Nach meinem Tode heuratheden, du wirst glücklich mit ihmsenn " antwortete naiv: Ja!ich dachte eben daran. Frey-wüthig ist der, wer Muth hat,aufrichtig zu seyn, wenn er auchNachtbeil davon besorgen muß.Aufruhr. Auflauf, ü- DaSZusammenkommen einer MengeMenschen, welches die öffentlicheRuhr stört, und.für die öffentli-che Sicherheit besorgt macht. V.Auflauf kau» in jedem Fallegesagt werden, es mögen Ge-waltthatigkeitcn daben Vorfällenoder nicht, und diese Gewalt»thatigkeitcn mögen gerichtet seyn,gegen we» sie wollen. Sind siegegen dreObrigkeit gerichtet, oderwird wenigstens thatliche Wider-setzlichkeit gegen die Obrigkeit ver-übt, fo ist der Auslauf ein Auf-r u h r- Diese Bestimmung grün-det sich auf die Ableitung. Denndcy dem Anfr ü hren wird das,was unten ist, nach oben aetrie-trieben. Auch der »»eigentlicheGebrauch des Works deutet dar-auf hin. Meine Sinnlichkeit istimAusrnhr, wenn sie gewalt-sam der Vernunft entgegen strebt-
Aufruhr. Empörung. Auf«st a n d. ü. Eine bewaffnete Verei-nigung der Bürger, um Gewaltzu gebrauchen. V. Aufstandbezeichnet diesen Begriff allge-mein ; die Gewalt mag gegen dieObrigkeit gerichtet sevn, odernicht,