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dem Gute; denn jeder Bauernhof machte ein Ganzes, um ihnweidete das Vieh, oder (wo Feldbau üblich war) ackerten Wei-ber und Knechte. Die Deutschen waren sehr wenig bekleidet;Gewohnheit diente für Pelzwerk; Thierhäute, der Ruhm ihrerJagd, hingen von der Schulter des Kriegers; die Weiber tru-gen wollene Röcke, worein sie zierlichere Flecke von mannig-faltig glänzenden Häuten oder Federn stickten. Es schien eineSittenverderbniß, als lange nach diesen Mannskleider aufka-men, welche, enge anliegend, alle Theile des Körpers zu genauausdrückten. Die Arme, auch der Weiber, waren beynahe nackt;und lang verbargen keine Hüte den schalkhaften Blick. BeydeGeschlechter trugen die Brust offen, und viele gingen barfuß.
Spät erhoben sie sich vom Nachtlager, denn tief in dieNacht zechten die Männer; nachdem sie sich gewaschen, beka-men sie ihr Habermuß (von gerösteten Körnern); hierauf grif-fen sie zu ihren Waffen, und gingen. Ihre meiste Speise warFleisch, Butter, Käse, Früchte; Bier und Most von Früchtenwar der Sweven Getränke; den Wein lernten die Rheinlän-der lieben. Beym Essen wurden Heirathen verabredet, Fehdengesühnt, Unternehmungen beschlossen; und wenn sie mit offe-nem Herzen sich besprochen, wurde am folgenden Tage dasGespräch in endliche Überlegung genommen. Diese muthvollenMänner hatten sonst im Umgang, besonders der Fremden undVornehmen, die Scheu, welche von der Besorgniß herrührt,in irgend etwas zu fehlen, oder nicht auf anständige Weise zuerscheinen. Sie hatten sonst, jene Freymüthigkeil, welche Ver-stellung und auch manchmahl Mäßigung ausschließt. Gastfrey-heit war nicht eine Tugend, sondern eine Ehre, über welchedie Einwohner des Fleckens auf einander wetteiferten; demGast wurde gemeiniglich ein Geschenk auf den Weg mitge-geben.
Es war nicht Sitte, vor dem zwanzigsten Jahr die Töch-ter des Landes zu besuchen. Endlich sah der Jüngling nach dengrößten, frischesten. Ein Pferd, ein Ochse, ein Pfeil, einSchwert und Schild waren Geschenke, welche er der künftigen