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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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selbst zu erwecken. Aber der Greis, der des großen Gedankensan die Ewigkeit voll war, bath ihn hinaus zu gehen, und ihnmit seinem Richter allein zu lassen.

Las CasaS lag und überdachte sein Leben. Wohin er seinAuge wandte, da sah erJrrthümer und Fehler, und sah sie inihrer ganzen Große. Ihre Folgen breiteten sich vor ihm aus,wie ein Meer; aber klein und unlauter und fruchtlos an demgehofften Guten, schien ihm jede bessere That eine Quelle derWüste, die im Sande dahin schwindet, ohne daß Halm oder Blumeihr Ufer schmücke. Reuig, gedemülhigt, beschämt, warf er sichnieder in Gedanken vor Gott, und flehte aus der Tiefe derSeele: Gehe nicht in's Gericht mit mir! laß mich Erbarmenvor deinem Throne finden, Vater der Menschen!

Die Kräfte des Sterbenden waren zu matt für diese An-strengung der Seele; so sehr er zu wachen rang, so versie-gelte bald der Schlaf seine Augenlieder. Und plötzlich warihm, als hakt' er die Gestirne des Himmels zu seinen Füßen,und ging auf Wolken einher in einem endlosen Raume, undsah in tiefer Ferne ein majestätisches Dunkel, durchbrochen voneinzelnen Lichtfluthen göttlicher Glorie, und rings von Heer-scharen umschwebt, die aus den Welten herauf fahren und hinabin die Welten. Kaum hatte noch sein Auge gefaßt und seineSeele bewundert, so stand vor ihm da, mit ernstem Blickedes Richters, ein Engel, und hielt in seiner Linken eine Rolle,die seine Rechte entwickelte. Todesschauer, wie er den Verur-theilten beym Anblicke der Richtstätte ergreift, wo er blutensoll, durchfuhr den zitternden Greis, als zuerst der Unsterb-liche seinen Nahmen aussprach und ihm dann vorhielc die hohern,edlern Kräfte alle, in seine Seele gesenkt, und die bessern,sanftern Neigungen alle, in seinem Blute bereitet, und dieAnlässe, die Hülfen zur Tugend alle, in seine Lage verwebt;fo daß ihm dünkte, sein Gutes komme alles von Gott, undnichts werde ihm übrig bleiben, als seine Jrrthümer und seineSünden.

Jetzt, da der Engel sein Leben begann, suchte er nach