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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Bedürfnisse, alle unsere Begierden und Wünsche kenne; daßer nie fern von uns sey, unserer nie vergesse; daß er mit sei-ner Gegenwart Himmel und Erde erfülle, und daß uns ohneseinen Willen nichts begegnen könne? — Ist der Gott nichtdie Liebe, der uns erlaubt, uns befiehlt, mit kindlicher Frey-müthigkeit ihm zu nahen, unser ganzes Herz vor ihm auS-zuschülten und von seiner väterlichen Vorsorge stets das Bestezu erwarten; der selbst seine verirrten Kinder als ein Vatervon ihreü Irrwegen zurück ruft, ihnen ihre Fehler vergeben,und sie zur Glückseligkeit führen will, wenn sie nur ihren Sinnund ihr Leben ändern wollen? — Ist der Gott nicht die Liebe,der uns nichts verbrechet, als was uns und unfern Brüdernschädlich ist, was sie und uns erniedrigen, schwächen, beunru-higen, höherer Vergnügungen, dauerhafterer Freuden berau-ben, und Schmerz und Elend über uns bringen würde? deruns nichts gebiethet, als was an und für sich selbst gut ist,was uns und Andern Gesundheit und Leben, Stärke und Hei-terkeit des Geistes, Ruhe des Herzens, Zufriedenheit undFreude gewährt, was unsere besondere und die allgemeine,unsere gegenwärtige und zukünftige Glückseligkeit befördern undbefestigen kann? — Ist der Gott nicht die Liebe, der unsBey-stand zur Erfüllung unserer Pflicht, Hülfe in der Noth, Schutzin den Gefahren, Trost in Leiden, Errettung im Tode, ewi-ges Leben und immerwährende, stets zunehmende Glückselig-keit verspricht? — Und ist dieß nicht der Inhalt, die Absichtder ganzen Religion? Zeuget also nicht die ganze Religion mitlauter Stimme davon, daß Gott die Liebe ist?-

Das Bemußt seyn innerer Würde.

Von Reinhard.

Aus einer dreyfachen Empfindung besteht das Bewußtseyninnerer Würde. Man muß den Adel der menschlichen Naturüberhaupt, man muß seine eigene Unschuld, man muß endlicheinen vollkommen guten Willen in sich fühlen, wenn man die-ses Bewußtseyn haben will.