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terung fallen zu sehen, und er vergißt in seinem schonen undedlen Enthusiasmus, daß die Ereignisse in der politischen Weltselten mit den Erwartungen eines erhöhten moralischen Gefühlszusammentreffen. Indessen weiß er auch in der außer» Lage Phi-lipp»» Gründe für seine Hoffnungen aufzufinden. Die benach-barten Staaten erwarten nur einen günstigen Augenblick, umsich gegen ihren Unterdrücker aufzulehnen, und die Makedo-nier selbst find mit der Herrschaft eines Königs unzufrieden,der sie von Kriege zu Kriege treibt.
Mit einer bewundernswürdigen und herrlichen Kunst be-rührt Demosthenes alle Saiten in den Gemüthern seiner be-weglichen Zuhörer. Religiöse Empfindungen, Gefühl des Un-rechts, heitere Hoffnungen folgen einander; das Göttliche ver-einiget sich mit dem Menschlichen, das Übersinnliche mit demIrdischen. Keine Art der Gründe ist vernachlässiget, um dieHoffnung eines glücklichen Erfolges und den Entschluß zu we-cken, den günstigen Umständen durch eigene Anstrengung zuHülfe zu kommen. Dieß ist der Inhalt des zweyten Theilesder Rede, der durch den ersten auf das vollkommenste vorbe-reitet ist.
Demosthenes hat seinen Zuhörern gezeigt, daß sie dieMacht des Königs nicht zu fürchten brauchen; er setzt hin-zu, daß sie selbst durch ihre Sorglosigkeit zur Vergrößerungdieser Macht beygetragen haben, und daß ihnen der Schutz derGötter umsonst lächelt, wenn sie fortfahren zu zögern. De-ckte zu machen, und unrhätig zu Hause zu bleiben. Sie müs-sen dieses Verfahren ändern, welches bisher die Quelle allerihrer Widerwärtigkeiten gewesen ist; sie müssen ein ganz ent-gegen gesetztes System beobachten; sie müssen, mit einem Worte,ihre Kriege selbst führen, und selbst in das Feld rücken.
Diese Ermahnungen, welche Demosthenes in seinen Re-den so oft wiederhohlc, und von deren Erfüllung er die Rück-kehr des alten Glanzes von Achen erwartete, hatten keines-wegs den gewünschten Erfolg. Die Athener thaten etwas, umnicht Alles thun zu müssen; und dadurch ward Alles vereitelt.