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seine Ehre i» der Tapferkeit und Standhaftigkeit suchte, wozues durch Lykurgs Einrichtungen gebildet werden sollte. Diegymnastischen Spiele wurden von ihnen am eifrigsten betrie-ben, und als Sache des Staats behandelt. Dagegen verab-säumten sie die feineren Humanität-Tugenden, besonders gegenFremde. Künste und Wissenschaften wurden von ihnen nichtcultivirt, und selbst ihre Tapferkeit kann man so hoch nicht an-schlagen, wenn man auf ihre Thaten sieht, oder hört, daßsie einen Sieg durch List höher schätzten, als den, der dieFrucht der Tapferkeit und überlegenen Stärke ist. Unter allenGriechen glichen sie vielleicht am meisten nächst den Atoliernden Römern; und vielleicht fehlte es ihnen theils an der Ver-bindung glücklicher Umstände, die sich zur Erhebung Romsvereinigten, theils an dem kühnen Ungestüm, der männlichenEntschlossenheit der Römer, um diesen gleich zu kommen.
In einer umständlichen Charakteristik der Griechen müßtenun auch ein Gemählde der Denk- und Handlungsweise derübrigen griechischen Völkerschaften folgen, wie z. B. der Thes-salier, Böotier, der Völkerschaften im Peloponnes und indem übrigen Hellas, ferner der verschiedenen griechischen, Co-lonien, und vorzüglich der Ionier, Äolier und Dorier, diean der westlichen Küste Kleinasiens wohnten, und von denensich besonders die Erster» durch Handel, Reichthum und früh-zeitige Culcur (wodurch sie wohlthätig auf die Bildung desMutterlandes zurück wirkten) eben so sehr, als durch üppigeWeichlichkeit der Sitten auszeichneten. — Allein ich müßtefürchten, die engen Gränzen eines Aufsatzes zu überschreiten,wenn ich Alles, was Gutes und Böses, Wichtiges und Un-wichtiges von diesen griechischen Völkerschaften gesagt wird,hier zusammen drängen wollte. Ich gehe daher, meinem schonoben angedeuteten Plane zu Folge, sogleich zur Charakteristikder Römer über.
Will man fern von aller Parteylichkeit über die Römerurtheilen, so darf man sich's nicht verhehlen, daß in dem Cha-rakter dieser Nation manches Gute neben vielem Bösen befind-