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vor strömt, angefüllte Schale. Diese Zeichen geben ihm fürden Christen ein eigenthümliches Interesse: sie versetzen uns inden bestimmten Gesichtspunet, aus welchem der Künstler beur-theilt werden muß, den nähmlich, in dessen ekstatischem Helldun-kel er das Urbild seiner Schöpfung erscheinen sah.-
Kraft in Ruhe, nicht Abspannung, sondern Gleichgewicht:dies; ist das aufgelöste Problem. Wir sehen einen Mann inJünglingsschönheit sitzen; der Körper ruhet, doch nur vermit-telst wirkender Muskeln, und der rechte Arm schwebt frey mitder gefüllten Schale. Indem er sie zum Munde führen will, ver-liert sich sein Geist in seiner inner» Gedankenwelt, und seineHand bleibt, ihm unbewußt, schweben. Schön sind die Lippenvon unentweihter Reinheit. Mild lächelnd belohnen sic, wer ih-rer Stimme horcht: jetzt aber folgen sie dem Zug eines weiche-ren Gefühls. Ist es vielleicht die stille Freude der Hoffnung?Wenigstens umschweben frohe Gedanken den geschloffenen Mund,und scheinen gleichsam zu buhlen um die Hülle des Lautes. Nie-dergesenkt ist der Blick: theilnehmende Bewunderung einer ge-ahnten Größe drückt die Augenlieder; unter ihrer großen schwär-merischen Wölbung, die so himmlisch rein hervor tritt aus demSchatten der Augenbraune, steht ein Göctergesicht vor der in-neren Sehe, wogegen ihm die mit Reiz geschmückte Erde nurStaub ist. Ein Ocean von Begriffen liegt klar auf seiner Stirnentfaltet. Wie heiter ist diese Stirn! Keine Begierde, keinestürmische Leidenschaft stört den heiligen Frieden dieser Seele,deren Kräfte doch im gegenwärtigen Augenblick so rege sind!Vom runden, festen Kinne bis zur braungelockten Scheitel,wie wunderschön ist jeder Zug! und wie versinkt dennoch dieSinnenschönheit in hervor strahlender, erhabener Seelenstärke!
Klopstocks Begräbnißfeyer *).
Die gebildeten Zirkel mehrerer Städte des deutschen Va-terlandes haben seinem Genius feyerliche Todtenopfer gebracht.
*) Aus Iördens Lexicon deutscher Dichter und Prosaisten. Z- B-