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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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ßigten Zone. Sobald wir in diesen angenehmen Waldungen an-langten, glaubten wir in einer ganz andern Welt zu seyn.Die zuvor heiße und schwühle Luft war nun kühl und erfrischend,und jedes Lüftchen war mit tausend Wohlgerüchen beladen,weil der ganze Boden mit den vortrefflichsten aromatischen Pflan-zen bedeckt war. Verschiedene Theile dieser Region sind wirklichhimmlisch schon; und wenn der Ätna von innen der Hölle gleicht,so kann man mit eben dem Rechte sagen, daß er von außeneinem Paradiese ähnlich sey. Gewiß ist es eine merkwürdigeSache, daß sich an diesem Gebirge die schönsten und die schreck-lichsten, kurz, die entgegen gesetztesten und unähnlichsten Dingein der Natur vereinigen. Hier ist ein Schlund, der ehemahlsFenerströme, Rauch und Asche ausspie, recht üppig mit denschönsten Pflanzen und Gewächsen geschmückt, und aus einemGegenstände des Schreckens zu einem Gegenstände des Vergnü-gens geworden. Hier sammelt man die wohlschmeckendsten Früchtevon einem, noch vor Kurzem schwarzen und wüsten Felsen ein.Hier ist der Boden mit allen Arten von Blumen bedeckt, undman wandert über alle diese Schönheiten und betrachtet diehöchst anmuthige Wildniß, ohne zu bedenken, daß die Höllemit allen ihren Schrecken unmittelbar unter unfern Füßen ist,und daß vielleicht nur wenige Ellen tief unter uns Seen vonfließendem Feuer brausen. Doch unser Erstaunen wurde nochgrößer, da wir unsere Augen auf die höhern Gegenden desÄtna richteten. Da sieht man die zwey Elemente, die stetsmit einander im Kriege sind, auf immer vereinigt, einen uner-meßlichen Feuerschlund mitten im Schnee, den er nicht zu schmel-zen vermag, und ungeheure Schnee - und Eisgefilde rund umdiesen Schlund her, den sie nie auszulöschen vermögend sind.Wir hatten nur noch ungefähr 900 Fuß bis zur höchstenSpitze des Berges, wo wir noch zeitig genug ankamen, daswunderbarste und prächtigste Schauspiel der Natur zu sehen.Doch hier muß jede Beschreibung unvollkommen bleiben: dennkeine menschliche Einbildungskraft hat es wohl je gewagt, sichein Bild von einer so herrlichen und prächtigen Scene zu den-