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Der Herr stark u. mächtig, der Herr stark n. mächtig, stark u. mächtig im Streite.
Jetzt tritt der Alt zu den Unterstimmen und trägt mit ihnenden ersten Satz (ähnlich No. 500) vor, die Oberstimmen (beideSoprane und Alt, — so dass die fünf Stimmen als zweimal dreiwirken) fragen, die Antwort setzt wieder mit den drei Unterstim-men an. Hiermit ist aber jener Feierform von Chor und Gegen-chor Genüge gethan; von hier an treten beide Soprane zusammenund der Chor gehl als ein einfacher, und zwar vierstimmiger zuEnde.
Zweitens kann die Form des Doppelchors aus der Anschau-ung und Stimmung hervorgehn, die sich im Komponisten von seinerAufgabe gebildet hat, ohne dass der Text diese Form schlechthingeböte. Dies ist dann der Fall, wenn der Komponist sich gedrun-gen fühlt, seine Aufgabe oder einen Moment in derselben mitbesondrer Fülle, Macht, Feierlichkeit, oder mit Prunk und Glanzu. s. w. zu behandeln. Denn allerdings bietet zu diesen und ähn-lichen Darstellungen der Doppelchor einen dem einfachen Chor ver-sagten Reichthum an Mitteln. Der einfache Chor kann nur alsMasse (homophon) oder zergliedert (polyphon) wirken; der Doppel-chor kann
1) als einige und in der Regel stimmreichere Masse wirken,
2) sich in seine beiden Chöre zerlegen, also Masse gegenMasse führen,
3) einen oder den andern Chor, oder endlich
4) beide zugleich polyphon auflösen;
und dies alles in mannigfachster Weise und Mischung.
Dieser Gewinn ist so entschieden, dass man ihn selbst im ein-fachen Chor sich gern aneiguet und wenigstens stellenweis, so vieldie Stimmzahl erlaubt, die Form der Doppelchörigkeit benutzt. EinBeispiel bietet schon der vorerwähnte Händel’sche Chor, nur dass indiesem der Text selber Anlass gegeben zu einer Art von Doppel-oder antistrophischem Gesang. Einer ähnlichen, nur reichern Ge-staltung begegnen wir im Sanctus der hohen Messe von Seb. Rach.Ohne allen Anlass im Text, nur dem ßedürfniss erhöhter Feier ge-horchend, schreitet Bach hier aus der bisher feslgehaltnen Fünf-und Vierslimmigkeit zu der Erweiterung des Chors auf sechs Stim-men und bildet die erste Hälfte des Satzes antistrophisch. ZweiDiskante und ein Alt treten einem zweiten Alt, dem Tenor undBass entgegen, —