Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
237
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Es hat sich hier aus dem Kern des Seileusatzes und in seinerursprünglichen Form (mit einander antwortenden Stimmen) ein neuesGebild ergeben, eben so, wie in No. 261 der Hauptsatz von einerandern Seile gezeigt worden war; gleichwohl ist in beiden Gebil-den der ursprüngliche Gedanke unverkennbar ausgeprägt. Erwägtman nun, dass es für solche Umbildungen in der That keine Gränzegiebt, weil jeder Moment, jedes Motiv irgend eines Salzes An-knüpfungspunkt der mannigfachsten Neugestaltungen werden kann:so muss der unerschöpfliche Reichlbum der Sonatenform, ihre ße-wegsamkeit und lebendige Forlschrillskraft hier noch klarer alsfrüher (S. 228) in das Auge fallen und uns die Gewissheit geben,dass diese ßraft mit jedem Schritt vorwärts sich in das Unberechen-bare vervielfältigen wird. Diese Ueberzeugung aber kann nichtfrüh und nicht stark genug ringeprägt werden, weil sie vor allemgeeignet ist, die Schaffenslust des Jüngers von lähmendem Zweifel-mulb, ob die Kraft zureicheu werde? ob nicht der Künstler odergar die Kunst selber (wie mancher unserer Zeitgenossen aus eig-nem Ermatten oder missversländigen Folgerungen aus den Lehreneines grossen Philosophen annehmen wollen) erschöpft sei? zubefreien und den Eifer für seine Durchbildung, die unerlässlicheBedingung eines reichen Künsllerlebens, zu stählen.

Drittens können in der Durcharbeitung des zweiten TheilsHauptsatz und Seilensatz mit einander, oder vielmehrnach einander, benutzt werden, gleichviel in welcher Ord-nung. So hätten wir entweder nach der Ausführung von No. 261und 262 an gelegner Stelle, statt auf die Dominante des Haupttons