Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
137
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sehn wir beide Glieder in getrennten Systemen; der vierte Taktdes ersten Gliedes geht in den ersten des zweiten auf. Eben sofehlt in No. 130 der Schlusstakt für die ganze erste Hälfte desGangs; er ist vom ersten Takte der zweiten Hälfte (No. 131) ver-schlungen. Und so hat selbst der Hauptsatz (No. 121) seinenSchluss eingebüsst; statt des Schlusstaktes tritt der erste Takt desbeginnenden Gangs (No. 129) ein, — oder der Schlusstakt hat sichin Gang aufgelöst.

Dass diese Konstruktion forttreibende Gewalt hat, da sie andie Stelle der erwarteten Abschlüsse und Ruhepunkte stets neueBewegung, den Drang zu neuem Fortschreiten setzt, ist ohne Wei-teres einleuchtend. Und so erkennen wir eben in ihr eines derwichtigsten Binde- und Bewegungsmittel für alle zusammengesetztenFormen, deren Wesen ja das ist, verschiedne Bestandtheile zueinem grossem, in ununterbrochner Verbindung sich entfaltendenGanzen zu einen.

Nicht unbemerkt w’ollen wir den Einfluss lassen, den diese Kon-struktionsweise auf die für die Erläuterung öfters (z. B. S. 123)nöthige Taktzählung hat. So oft der Schlusstakt einesSatzes oder Gangs mit dem Anfangstakte des folgen-den zusammen fällt, wird er sowohl für jenen als die-sen gezählt; so dass in der Rechnung das ganze Tonstück mehrTakte zu enthalten scheint, als in der Wirklichkeit*).

*) Hierzu der Anhang F.