in mancher Beziehung — nicht bloss im Umfang der Tonreihe, son-dern auch in Kraft, Fülle, Art und Annehmlichkeit des Klanges u.s . w . _ vom Pianoforte so bedeutend ab, dass man die Werkefrüherer Komponisten (namentlich C. P. E. Bachs) in mancherHinsicht missverstehn würde, wenn man nicht bei ihrer Auflassungder alten Instrumentart gedächte.
Was nun unser heutiges Pianoforte betrifft, so scheint eineVerbreitung über seine Natur und Behandlung um so mehr über-flüssig, da Bekanntschaft mit demselben und sogar eine gewisseGeschicklichkeit in seiner Behandlung (S. 9) vorausbedungen ist.Wir erinnern daher nur an folgende, Jedem bekannte Momente,um aus ihnen die ersten Gesetze für angemessne Komposition zuziehen.
Das Pianoforte hat
1) grossen Tonumfang, — mit Ausnahme der Orgel dengrössten unter allen Instrumenten;
2) die Kraft und Dauer seines Schalls ist im Verhällnisszu den meisten übrigen Instrumenten, — nämlich Tongegen Ton gerechnet, — nur gering;
3) es ist unfähig, einen Ton in gleicher Kraft zu haltenoder gar anschwellen zu lassen; selbst auf den schall-reichsten Instrumenten ist die eigentliche Schallkraftsehr bald nach dem Anschläge dahin geschwunden ;
4 ) es ist unfähig, zwei Töne so fest und innig wie diemeisten andern Instrumente zu verbinden, sie wohl garzu verschmelzen oder in einander zu ziehn, obwohldurch bekannte Vortragsmittel ein gewisser Anscheinder Verbindung hervorgebracht werden kann;
5) der Klang des Instruments ist in allen Tonregionenziemlich gleichartig, soweit die Verschiedenheit derHöhe und Tiefe, der längern und kurzem Saiten (fürdie tiefem und hohem Töne) zulässt;
6) es ist zur Ausführung jeder Art von Tonverbindunggeschickt und hierin allen übrigen Instrumenten über-legen.
Aus diesen, jedem Spieler bekannten Beobachtungen folgen diewichtigsten Regeln für den Pianofortesatz leicht und sicher. Wirgehn dabei natürlich von der Voraussetzung aus, dass der Kompo-nist hier wie überall die Absicht habe, jeden Gedanken auf dasAngemessenste und Günstigste hervortreten zu lassen.
Erstens entbehrt der einzelne Ton und die Folge ein-zelner Töne oft jene Fülle und Schallkraft, die die meisten an-dern Instrumente gewähren und die so oft zu dem sättigenden undwirkungvollen Ausdruck des musikalischen Gedankens wünschens-