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Neuntes Kapitel: Das Häfsliche. Ergänzung d.Modifikationen d.Schönen. 601
sind, und sie in ihrem Verlauf verfolgen. Wiederum könnenwir die Schönheit, die den Formen vermöge dieses Lebenseignet, sinnliche Schönheit nennen.
Dieser sinnlichen Schönheit steht entgegen die Schönheit jdes „Ausdrucks“ im engeren Sinne, die spezifisch gemütliche 1und geistige Schönheit, die vor allem in Auge und Mundliegt, oder liegen kann. Ich sage: Sie „liegt“ darin. Aber sieliegt darin nicht in gleich unmittelbarer Weise. Sie ist nicht dieSchönheit der Formen von Auge und Mund. Sie geht unsnicht auf, d. h. wir finden jenes „spezifisch Gemütliche undGeistige“, etwa die Freude oder die Trauer, die Liebe oder denHaïs, den Stolz oder die Demut, nicht, indem wir den Formenvon Auge und Mund betrachtend hingegeben sind, und sie imEinzelnen verfolgen und dabei bleiben. Sondern wir müssenauch hier durch das sinnlich Gegebene hindurch- oder hinab-blicken auf ein jenseits und in gröfserer Tiefe Liegendes. NichtBewegung und bewegende Kraft, kurz körperliches Leben isteben hier das eigentlich Eingefühlte, sondern das an Bewegungenoder Bewegungstendenzen geknüpfte affektive Moment. Wasdies letztere heifsen will, das wurde früher gesagt.
Dieser Gegensatz ist aber doch kein absoluter. Auch imsinnlichen Leben des Körpers, oder durch dasselbe hindurch,sehen wir ein jenseits Liegendes, eine, nur freilich allgemeinereWeise des Individuums, sich zu fühlen. Auch darauf brauchenwir hier nicht zurückzukommen.
Jene idealere, d. h. jene spezifisch gemütliche und geistigeSchönheit, oder jene Schönheit des Ausdrucks im engerenSinne, führt uns aber schlie[slich auch noch einmal auf dieSchönheit, die in der „Stimmung“ liegt. Auch sie ist eineeigenartige, und eigenartig „ideale“, d. h. dem Sinnlichen jen-seitige Schönheit. Sie ist doppelt jenseitig durch den Charakterdes Unbestimmten, Ungreifbaren, Unsagbaren, das ihm nachehemals Gesagtem anhaftet.
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