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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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VIERTER ABSCHNITT.Der Rhythmus.

Erstes Kapitel: Die einfachsten Formelemente des poetischen

Rhythmus.

Subjektive Rhythmisierung undBetonung.

*77TÏÏ* enn ich folgenden vomRhythmus rede, so meineich den Rhythmus zeitlich sich folgender Elemente.Und ich meine zunächst den poetischen Rhythmus.

Dieser ist nach ästhetischen Gesetzen geordneter sprach-licher Rhythmus. Die Gesetze des natürlichen Sprechens liegenihm zu Grunde; dazu kommt aber das Spezifische, das denpoetischen Rhythmus vom natürlichen Rhythmus der Spracheunterscheidet. Von diesem Faktor rede ich hier zuerst.

Der poetische Rhythmus könnte uns nicht die erfreulicheSache sein, die er uns ist, wenn er nicht einem Bedürfnis desGeistes entspräche. Dieses Bedürfnis lernen wir am Unmittel-barsten kennen aus der Tatsache des subjektiven Rhythmisierens.

Setzen wir für einen Augenblick an die Stelle der Silben,welche die Träger des poetischen Rhythmus sind, Taktschläge.Eine Reihe gleich starker Taktschläge folge sich in gleichenZeitintervallen, und nicht zu langsam. Dann verspüre ich dasBedürfnis, in regelmäfsigem Wechsel einzelne dieser Taktschlägezu betonen, andere unbetont zu lassen. Ich betone etwa jedes-mal den ersten von zwei Taktschlägen und lasse den zweitenunbetont.

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