SECHSTER ABSCHNITT.
Die Modifikationen des Schönen.
Erstes Kapitel: Qualitäten des Lustgefühls.
Intensitätsgefühl.
B chon im ersten Kapitel dieses Buches wurde Einsprache erhobengegen die Meinung, das Wort „Lustvoll“ und ebenso dasWort „önlustvoll“ bezeichne immer dasselbe, qualitativ identischeErlebnis; es seien also Lustgefühle von Lustgefühlen und Unlust-gefühle von Unlustgefühlen niemals der Art, sondern immer nurdem Grade nach verschieden. Später wurde das ästhetischeLustgefühl, oder das Gefühl des ästhetischen Wertes, gegenüber-gestellt dem rein sinnlichen Lustgefühl, wie wir es etwa ange-sichts des angenehmen Geschmackes haben; und es erschienuns dabei die Lustwirkung des Schönen von der des blofs An-genehmen qualitativ unterschieden. Jetzt kommt es uns daraufan, dafs und inwiefern auch „ästhetisch Wertvoll“ und „ästhe-tisch Wertvoll“ nicht jedesmal Dasselbe besagt, sondern zwischenästhetischen Wertgefühlen qualitative Unterschiede bestehen.
Dabei gehen wir wiederum aus vom Lustgefühl überhaupt;doch zielen wir auf solche qualitative Unterschiede desselben,die zugleich als entsprechende Unterschiede des ästhetischenWertgefühles sich darstellen.
Ich erinnere zunächst an den gleichfalls schon im erstenKapitel des ersten Abschnittes ausgesprochenen Satz, dafs das-jenige, was uns lustvoll oder unlustvoll affizieren solle, zunächst