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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Die Modifikationen des Schönen.

Schönen ist in diesem Falle dassinnlich Schöne oder dasSchöne von sinnlicherer Art.

Kein Schönes ist ein rein Sinnliches; oder kein Sinnlichesist als solchesschön. Aber wir können ein Schönes unter-scheiden, das den Sinnen oder dem Sinnlichen, d. h. dem sinn-lich Wahrnehmbaren, näher, und ein solches, das ihm fernersteht, ein Schönes, bei welchem der ästhetische Inhalt, derjederzeit ein Nichtsinnliches ist, in unmittelbarerer, und einsolches, in welchem er in mittelbarerer Weise an seinen sinn-lichen Träger gebunden erscheint. Und jenes Schöne könnenwir kurz als ein sinnliches, oder als ein sinnlicheres, dies alsein unsinnlicheres oderidealeres bezeichnen.

Auf zwei Gebieten insbesondere ist uns ein solcher Gegen-satz begegnet. Das Leben der akustischen Elemente der Sprache,so sahen wir, ist ein von diesem Sinnlichen unmittelbar ge-tragenes Leben, wir finden es darin. Wir erleben es, indemwir diesen akustischen Elementen, dem Klangcharakter derWorte, dem Reim, dem Rhythmus u. s. w. als solchem be-trachtend hingegeben sind. Die Schönheit dieser Elemente, sosagen wir jetzt, istsinnliche Schönheit.

Dieser Schönheit steht, kurz gesagt, gegenüber die Schön-heit dessen, was die Worte ausdrücken oder bedeuten, derästhetisch eindrucksvolle Sinn der Worte. Diese Schönheit istnicht Schönheit des sinnlich Gegebenen, der gehörten Klängeund Klangverbindungen; also nichtsinnliche Schönheit. Mankann sie darum, wenn man will, eine idealere Schönheit nennen.Wir müssen hier, um das Schöne, d. h. das uns zum Genüssesich darbietende Leben, zu geniefsen, durch die Klänge undKlangverbindungen hindurchsehen, und hinblicken auf diesenSinn.

Und analog ist der Gegensatz auf dem zweiten Gebiete.Es gibt ein Leben der Formen des menschlichen Körpers, dasin diesen Formen unmittelbar für uns liegt. Es ist dies dasLeben, das wir eben deswegen als körperliches Leben bezeichnen.Freilich ist auch dies Leben seelisch, so wie alles Leben; es istein Wollen und Tun und Sichfühlen. Aber wir finden esunmittelbar, indem wir den Formen betrachtend hingegeben