ZWEITER ABSCHNITT.
Der Mensch und die Naturdinge.
Erstes Kapitel: Einleitendes zur Frage der Einfühlung.
Selbstwertgefühle.
B el den „ästhetischen Formprinzipien“, von welchen unsererster Abschnitt gehandelt hat, war zunächst gedacht anFormen eines Sinnlichen, an die sinnlich wahrgenommene Raum-form etwa. Nur gelegentlich war der ästhetische Inhalt, d. h.das in den Formen zum Ausdruck gelangende Leben, mithereingenommen, oder es wurde ein solches in einzelnenAusdrücken vorausgesetzt.
Die ästhetischen Formprinzipien sind aber nicht blofse Prin-zipien einer sinnlichen Form. Im ästhetischen Objekt ist dasSinnliche jederzeit „Symbol“ eines seelischen Inhaltes; es istbelebt oder beseelt. Dadurch erst wird es zum ästhetischenObjekt und zum Träger eines ästhetischen Wertes.
Und auch dieser Inhalt hat' seine Form, und auch daraufbeziehen sich die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien. Viel-mehr, sie beziehen sich darauf letzten Endes einzig und allein.Sie gewinnen erst in ihrer Anwendung auf dieselben ihren eigent-lichen Sinn.
Die erste Frage nun, die wir hier zu stellen haben, lautet,was unter einem solchen „seelischen Inhalt“ zu verstehen sei.
Auch Raumformen, Farben, Töne sind seelische Inhalte,sofern sie von uns wahrgenommen werden. Hieran natürlichdenke ich nicht, wenn ich die „seelischen Inhalte“ dem Sinn-