Achtes Kapitel: Der Humor.
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Erhabenen erschien. Das im komischen Prozefs verschlungeneErhabene taucht wiederum auf. Und schliefslich kann es dassein, was standhält; der Widerspruch desselben gegen die For-derungen, die ich von meinem Standpunkte aus stelle, ordnetsich diesem Erhabenen unter. Und er macht mir, indem er diestut, dies Erhabene eindringlicher.
Diese Unterordnung wird sich tatsächlich vollziehen, wennes geschieht, dars in der Betrachtung meiner Schicklichkeits-,Zweckmäfsigkeits-, Anstandsforderungen und dergleichen einer-seits, und der Betrachtung der kindlichen Natürlichkeit anderer-seits, der Wert jener als das erscheint, was er ist, nämlich alsein blofs relativer; wenn mir andererseits der absolute Wert,der dem natürlichen kindlichen Sinn eignet, zum Bewufstseinkommt.
Dies ist, wie man sieht, derselbe Sachverhalt, wie er unsbei der Tragik begegnete. Die Negation, der Widerspruch desGegebenen mit dem, was ich fordere, zwang auch dort meinenBlick auf dasjenige, das negiert wurde oder den Widersprucherfuhr, rückte es mir innerlich näher, liefs seinen Wert für micheindringlicher werden.
Immer bleibt doch zwischen der Tragik und dem Humorder Unterschied, dafs dort die Negation eine ernste war, Ne-gation durch ein Übel, ein Leiden, während sie hier komischeNegation ist.
Damit ist der Sinn des Humors bezeichnet. Das Wort be-sagt, dafs ein Erhabenes oder irgendwie menschlich Bedeut-sames komisch vernichtet wird, oder im Prozefs der Komikuntergeht oder zergeht, aber nur um durch die Vernichtungoder durch dasjenige, wodurch es vernichtet wird, in seinemEindruck gesteigert zu werden. Statt zu sagen, es wird inseinem Eindruck gesteigert, kann ich auch sagen, mein Mit-erleben desselben wird ein tieferes und wirksameres.
Damit bestimmt sich zugleich die Eigenart des Gefühls,das den Humor begleitet. Es ist das gemischte Gefühl, dasentsteht, indem die Wirkung des Gefühls der Komik sich unter-ordnet der Bedingung des Erhabenheitsgefühles; es ist das Gefühldes Erhabenen in der Komik und durch dieselbe.