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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Achtes Kapitel: Der Humor.

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Achtes Kapitel: Der Humor.

Komik und Humor.

Wir behandeln hier die Komik im Zusammenhänge derÄsthetik. Aber die Komik als solche ist ästhetisch ebensobedeutungslos, wie es das Leiden an sich betrachtet ist. Wiesoeben wiederum gesagt: Die Komik ist Negation, ein Zunichte-werden in unseren Augen. Es wird uns darnach in der Komiknichts gegeben, sondern etwas genommen.

Darauf erwidert man vielleicht, es werde uns doch auch inder Komik etwas gegeben, nämlich Belustigung. Belustigungsei Lust, und das ästhetisch Wertvolle sei ein Lustvolles. Aberwir wissen auch schon: Nicht jede Lust ist ästhetische Lust,nicht jedes Lustgefühl ist Gefühl des ästhetischen Wertes.

Die komische Lust gehört aber zur aufserästhetischen Lustaus zwei Gründen. Einmal: Das Wortschön oderästhetischwertvoll besagt, daîs ein angeschauter Gegenstand für unsWert hat, dafs das Wertgefühl Gegenstandswertgefühl ist, Eigen-wert des angeschauten Objektes.

Dies nun gilt nicht von der komischen Lust. Sie ist nichtFreude an dem Gegenstand, den wir als komisch bezeichnen,sondern Freude an der seelischen Bewegung, in welche derGegenstand hineingezogen erscheint. Sie ist Freude, richtigergesagt, Lustigkeit, angesichts der Tatsache, dafs das Objektein psychisches Gewicht zu haben scheint, und nun dochwiederum nicht hat, oder nicht zu haben scheint; Freude andiesem Spiel meiner Auffassungstätigkeit.

Damit tritt offenbar die Lust an der Komik neben diein-tellektuale Lust, die auch nicht Lust am Gegenstand des Er-kennens ist, sondern Lust'an einem seelischen Geschehen, dasden Gegenstand betrifft, Lust am Erkennen, Lust daran, dafsder Gegenstand mir verständlich geworden ist. Freilich ist nichtein Zergehen, sondern ein Aufbauen von etwas, nämlicheines Zusammenhanges der Erkenntnis, Grund dieser intellek-tualen Lust.