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Die Modifikationen des Schönen.
können tief leiden um gekränkter Eitelkeit, oder um noch ge-ringerer Güter willen. Ein Mensch kann aber auch leiden, weiler getroffen ist in dem, was höheren und schliefslich höchstenWert hat. Vielleicht auch hat das, was ihm in seinem Leidengenommen wird, zwar nicht höchsten Wert, aber es ist doch sogeartet, dafs es uns begreiflich erscheint, wie ein Mensch daranAlles setzen kann. — Sage mir, worunter Du leidest, und ichsage Dir, wer Du bist.
Und es fragt sich weiter, wie der Leidende leidet, d. h. wieer im Leiden sich gebärdet oder bewährt, ob er kämpft oderkraftlos untergeht, sich behauptet oder sich preisgibt.
Charaktertragik und Schicksalstragik.
Vor allem aber fragt es sich endlich, wofür oder um wes-willen ein Mensch leidet.
Hier nun besteht ein Grundgegensatz zweier Arten derTragik: Ein Mensch kommt zum Leiden durch ein gutesWollen; oder aber er kommt dazu durch die Kraft eines bösenWollens. Er leidet um des Guten, oder aber er leidet um desBösen willen. Dort geschieht ihm Unrecht, hier geschieht ihmmehr oder minder Recht.
Hiermit sind, wie gesagt, zwei entgegengesetzte Arten derTragik bezeichnet. Wir können sie nennen „Tragik des Übels“und „Tragik des Bösen“. Damit soll gesagt sein, dafs im einenFalle das Leiden ein Übel ist, das dem Menschen widerfährt,daîs es im andern Falle durch das Böse im Menschen ver-schuldet ist. Das Gleiche sagen die Namen „Schicksalstragik“und „Charaktertragik“. Im einen Falle trägt das Schicksal, imanderen der Charakter für das Leiden die „Verantwortung“.
Dies schliefst nicht aus, dafs in beiden Fällen das Leidendurch das Schicksal herbeigeführt, und durch den Charakterbegründet ist. Alles, was dem Menschen widerfährt, liegt inBeidem zugleich. Nichts, was dem Menschen widerfährt, hatjemals in seinem Charakter allein seinen Grund, oder ergibtsich daraus, wie man wohl gesagt hat, mit „Notwendigkeit“.
Und es bleibt auch in beiden Fällen der letzte Sinn der