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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Sechstes Kapitel: Die Tragik.

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Positiven in der leidenden Persönlichkeit selbst, welcherKraft, welchem menschlich verständlichen und menschlicherAnteilnahme werten Zug in ihr, das Leiden hervorgeht.

Ich sehe, wie in der Betätigung eines Guten oder einerKraft, — die an sich jederzeit gut ist — die Persönlichkeitihr Schicksal sich bereitet, oder ihm die Wege ebnet.

Hier nun ist nicht mehr blofs ein Zusammenhang zwischendem Menschlichen und dem menschlich Wertvollen einerseits,und dem Leiden andererseits, in dem Sinne, dafs wir sehen, eswerde menschlich Wertvolles von dem Leiden getroffen, son-dern es besteht ein ursächlicher Zusammenhang. Und diesersteigert den Hinweis von dem Leiden auf das menschlich Wert-volle. Das Leiden ist nicht mehr blofs ein Leiden dessen, derMenschenwert hat, sondern es ist ein Leiden aus einemmenschlich Wertvollen heraus, durch dasselbe, vermögedesselben. Und dadurch werden wir in höherem Grade diesesWertvollen inne.

Besondere Faktoren der Tragik.

Hiermit ist schon der Übergang gemacht von dem allge-meinsten Wesen der Tragik zu den besonderen Faktoren, dieim Einzelnen den Eindruck der Tragik bestimmen. Hier kommtAllerlei in Frage. Doch weist schliefslich alles auf einen Punkt.Ich deute kurz die Hauptmomente an.

Zunächst ist für den Eindruck der Tragik wichtig, was fürein Mensch es ist, der leidet, wie weit wir an sich, d. h. ab-gesehen von seinem Leiden mit ihm sympathisieren können,mit dem Guten in ihm oder mit seiner Kraft. Je gröfser solcherMenschenwert in ihm ist, umsomehr kann derselbe durch dasLeiden gesteigert werden; und umsomehr gewinnen wir aussolcher Steigerung.

Und es fragt sich zum Anderen, wie tief die tragischePersönlichkeit leidet. Je tiefer ein Mensch leidet, umso gröfsereTiefe hat er, und in umso größerer Tiefe kann unser Miterlebenhinabsteigen.

Und es fragt sich, worunter der Mensch leidet. Menschen |