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Die Modifikationen des Schönen.
bezeichnet die Unterordnung ein einfaches quantitatives Ver-hältnis, sondern sie bezeichnet ein Dienen; das Leiden ist inder Tragik nicht um seiner selbst willen da, wir wollen nichtleiden sehen um eben leiden zu sehen, sondern das Leidensoll hinführen zur Persönlichkeit, die leidet.
Und damit ist nun allerdings gesagt, dafs das Leiden einerPerson ein Übermafs darstellen kann. Das Leiden ist nichtmehr tragisch von dem Punkte an, wo es über diesen ästhe-tischen Zweck des Leidens hinausgeht, wo es also nicht mehrdazu dient, einen Persönlichkeitswert in volles Licht zu stellen,oder uns innerlich mit dem Menschen in der tragischen Per-sönlichkeit zu vereinigen, sondern anfängt, um seiner selbstwillen dazusein.
Tragik in der bildenden Kunst und der Poesie.
Vor allem aber liegt hierin dies: Das Leiden mufs mit demmenschlich Wertvollen in der Person, die leidet, im innigstenZusammenhänge stehen. Dies führt uns auf einen wesentlichenUnterschied zwischen verschiedenen Gebieten des Tragischen.Ich meine den Gegensatz der malerisch oder plastisch, und derpoetisch dargestellten Tragik.
Bei jener erfahre ich nichts darüber, wie es zum Leidenkam. Es ist eben da. Immerhin sehe ich doch in dem Leidenzugleich unmittelbar mit das Wertvolle, das davon betroffen,oder dadurch vernichtet wird. Ich sehe vielleicht auch die Kraftder Gegenwehr dieses Wertvollen gegen das Leiden.
Ich sehe etwa das Leiden des Laokoon, sehe aber auch dieKraft und Tüchtigkeit, die gegen das Leiden sich bäumt undim Leiden zu Grunde geht. Ich sehe ein andermal den Tod,sehe aber unmittelbar zugleich das blühende Leben, das ent-flieht oder entflohen ist. Oder ich sehe etwas Seelisches oderGeistiges, das dem Untergang anheim gefallen ist. Ich seheden Schmerz, sehe aber zugleich die Liebe, die von demSchmerz getroffen wird.
Dagegen kann die poetische Darstellung mir zugleichsagen, wie das Leiden hereinbricht; insbesondere, aus welchem