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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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553
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Fünftes Kapitel: Ästhetische Mischgefühle. 553

Betrachtung dar. Ich fasse dieses Objekt im Ganzen auf. Dieshindert doch, wie wir wissen, nicht, dafs ich zugleich die ver-schiedenen Teile relativ für sich auffasse oder apperzipiere.Ich ordne sie nur eben, indem ich sie für sich betrachte,zugleich in das Ganze ein oder ordne sie diesem unter.

Indem ich nun dies tue, finde ich, nach Aussage meinesunmittelbaren Bewufstseins,mich innerlich bezogen auf dasGanze, finde mich dies Ganze in einen einzigen Akt meinerAuffassungstätigkeit zusammenschliefsend : zugleich finde ichmich doch wiederum innerhalb dieses einen Aktes relativ be-zogen auf jeden der Teile für sich. Ich fühle mich innerlichin einfacher Weise zielend auf das Ganze zumal, und fühlemich doch zugleich dahin und dorthin zielend auf einzelneTeile; ich fühle mich in einheitlicher, und doch wiederum indemselben Moment in verschiedener und divergierender Rich-tung innerlich tätig; ich fühle mich so nicht nebeneinander,sondern ineinander. Ich finde die verschiedenen Akte der Auf-fassung dem einzigen Auffassungsakt ein- und untergeordnet.Dieser Sachverhalt ist uns vom dritten Kapitel unseres erstenAbschnittes her auf das genaueste vertraut.

Indem ich nun aber so nach Aussage meines unmittelbarenBewufstseins in meinem apperzeptiven Tun mich einheitlichund zugleich geteilt fühle, fühle ich mich ebenso einheitlichund zugleich geteilt in meiner positiven und negativen Anteil-nahme, d. h. meiner Lust und Unlust. Dies heilst: Indem ichdas Ganze als Ganzes fasse, fühle ich mich vom Ganzen soangemutet, wie eben das Ganze mich anzumuten vermag; undindem ich zugleich die einzelnen Teile desselben für sich auf-fasse, fühle ich mich ebenso von diesen Teilen so angemutet,wie eben die Teile ihrer Natur nach mich anmuten. Zugleichfindet auch hier die Ein- und Unterordnung statt. Die Weise,wie mich die Teile anmuten, ist ein- und untergeordnet dereinen Weise, wie das Ganze mich anmutet; ich habe alsonicht ein einheitliches Gefühl angesichts des Ganzen, und da-neben verschiedene Gefühle angesichts der Teile, sondern ichhabe ein einziges Gefühl, aber in diesem verschiedene und ent-gegengesetzte Gefühle; ich bleibe fühlend einheitlich, aber ich