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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die Modifikationen des Schönen.

Diese Gefühle sind es, die wir wohl auch als Misch-gefühle zu bezeichnen pflegen. Sie könnten auch Verwebungs-gefühle heifsen. Doch ist kein zwingender Grund, den NamenMischgefühl durch einen anderen zu ersetzen.

SolcheMischgefühle könnten zunächst Bedenken er-wecken. Man könnte meinen, wenn Bedingungen der Lustund Bedingungen der Unlust gleichzeitig gegeben seien, soseien nur die beiden Möglichkeiten denkbar: entweder die Be-dingungen der Lust und die der Unlust heben sich wechsel-seitig in ihrer Wirkung auf, bezw. setzen sich herab; es entstehtalso ein mittleres Gefühl; oder aber es muîs ein Schwankenzwischen beiden stattfinden. Dagegen sei es undenkbar, dafsich Lust und Unlust zugleich fühle.

In jedem Gefühle, so kann man dies weiter ausführen,fühle ich mich; dies Ich aber ist ein einziges; ich fühle michnicht in einem und demselben Augenblicke mehrfach; ich kannmich also auch nicht in einem und demselben Momente ent-gegengesetzt bestimmt fühlen. Ich kann dies so wenig, als ichin einem und demselben Augenblick einen Gegenstand ent-gegengesetzt gefärbt, etwa schwarz und weifs, sehen kann. EinGegenstand kann wohl zwischen schwarz und weifs hin- undhergehen, oder aber das Schwarz und Weifs vereinigt sichzu einer mittleren, grauen Färbung; dagegen ist es unmöglich,dafs er für meine Empfindung zugleich das eine und das anderesei. So nun bestehen auch für gleichzeitige und einander ent-gegengesetzte Gefühle nur die beiden Möglichkeiten: Wettstreitoder Vereinigung zu einem Mittleren.

Indessen dieser Überlegung läge ein Mifsverständnis derEinheit des Ich zu Grunde. In der Tat ist das Ich, das ich injedem Momente meines Lebens unmittelbar erlebe, das Ich-gefühl oder Gefühlsich, nur eines. Dies hindert aber nicht,dafs es zugleich ein Mehreres ist. Das Ich kann, ohne aufzu-hören, eines und dasselbe zu sein, und als völlig ungeschiedeneEinheit sich darzustellen, doch zugleich in eine Mehrheit aus-einandergehen oder sichdifferenzieren. Ja es tut dies jederzeit.

Gesetzt, ein Objekt aus verschiedenen und auf das Gefühlin entgegengesetzter Weise wirkenden Teilen stellt sich meiner