Viertes Kapitel: Arten des Erhabenen.
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erhaben scheinen kann, ohne_dafs wir doch wissen, was ausdiesem Keime werden wird, schliefst unendliche Möglichkeitenund unendliche Rätsel in sich. Auch das Kind ist so ein„grenzenlos“ Erhabenes. Auch die Erhabenheit des Kindes trägtdarum jenes Moment der Sehnsucht in sich.
Zugleich haben wir in dieser Erhabenheit des Kindes einBeispiel für den vollen Gegensatz zu der „lauten“ Erhabenheitder intensiven, raschen, mächtigen, inhaltlich reich differenziertenLebensbetätigung, und zu allem Gegensatz und Kampf undStreit der Lebensbetätigungen.
Das Erhabene ist auch allgemein bezeichnet worden alsdas Formlose oder Formwidrige. Das Erhabene zerbreche dieForm. Hiermit kann wiederum nicht das gemeint sein, wasdamit gemeint scheint. Auch das Erhabene hat seine Form.Sein Inhalt ist in eine Form gegossen, so gut wie der allesSchönen. Nur ist dies eben die Form des Erhabenen, nicht 1die des anmutig Schönen; also nicht die Form des freien und 'ungehemmten Sichauslebens.
Aber eben an diese Form dachte man offenbar, wenn man isagte, das Erhabene sei formwidrig. Und diese Form zersprengt |das Erhabene in der Tat. Vor allem gilt dies vom gigantischenHimmelstürmenden und vom Erhabenen des inneren Kampfesund der Dissonanz. Und an diese war bei solchen Wendungenvor allem gedacht.
Man kann aber auch das „Formlose“ noch in anderemSinne nehmen, nämlich als das noch nicht Ausgestaltete, Diffe-renzierte, als das Einfache, das noch ungeschieden viele Mög-lichkeiten in sich trägt; dann ist die Nacht, das Meer, die Wüste„formlos“; und auch die Erhabenheit des Kindes kann als eineder Form entbehrende bezeichnet werden.
Eine Art der Erhabenheit ist hier schliefslich noch zu er-wähnen, die zwischen der aktiven, ich meine der laut sich
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Die „Formlosigkeit“ des Erhabenen.
Das Erhabene der gebundenen Kraft.