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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die Modifikationen des Schönen.

äufsernden, und der still innerlichen in der Mitte steht. Es istdie Erhabenheit dessen, was eine ausbrechende und sich luft-schaffende Kraft ankündigt; oder die Erhabenheit der in sichzurückgedrängten Kraft, der inneren Spannung zwischen demDrang der Äufserung, und der Bemühung oder dem Zwange insich zu bleiben. Das Gewitter nannte ich erhaben; dies ist eineErhabenheit der ausbrechenden Kraft. Auch die Natur nachdem Gewitter ist erhaben aus dem oben bezeichneten Grunde:Die Natur sammelt sich, und wir sammeln uns, nachdem wir fort-genommen waren von jener ausbrechenden Kraft, und gewinnendas Bild eines überall leise sich regenden, vielgestaltigen Lebensund Webens in der Natur und der unendlichen Lebensmöglich-keiten.

Aber erhaben ist auch, obzwar wiederum in anderer Weise,die Natur vor dem Gewitter, die Stille vor dem Ausbruch, dasDrohen, die Ahnung dessen, was geschehen wird und sichankündigt und vorbereitet.

Und erhaben sind nicht nur die von Leidenschaft fort-gerissenen Gestalten in Malerei oder Plastik, sondern ebensooder in höherem Grade die Gestalten, etwa des Michelangelo,in denen die gebundene, die zurückgedämmte, die gewaltsamzurückgehaltene innere Erregung sich ausspricht.

Erhabenheit des unvermittelten Kontrastes.

Schliefslich weise ich hier noch hin auf die doppelte Art derErhabenheit, die aus dem Gröfsenkontrast sich ergibt. Hierbegegnet uns noch einmal in eigentümlicher Weise der Ge-gensatz der lauten und der ruhigeren und innerlicheren Er-habenheit.

Der Gröfsenkontrast wurde im Zusammenhang der Fragenach dem Wesen und der ästhetischen Bedeutung dermonar-chischen Unterordnung behandelt. Hier aber, im Zusammenhangder Frage nach dem Erhabenen, gewinnt diese Unterordnungein neues Gesicht.

Zunächst erinnere ich an schon Gesagtes: Dafs irgendetwas mit seiner Umgebung kontrastiert und demnach im Ver-