Drittes Kapitel: Das Erhabene.
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negativen oder negierenden, beleidigenden, verletzenden Zusatz.
Es bleibt auch hier bei dem oben Gesagten: Erhabenheit ist alssolche positiv d. h. lustvoll. Mit anderen Worten: Das Gefühlder negativen Erhabenheit ist ein Mischgefühl, nämlich gemischtaus dem Gefühl der Erhabenheit und dem Gefühl der Negation,aus dem Gefühl der Kraft und dem Gefühl des Mangels, ausLust und Unlust. Es ist darum doch, wie alle Mischgefühle,ein gegenüber seinen Komponenten eigenartiges neues Gefühl.
Beziehung des Negativen zum Positiven imErhabenen.
Dazu mufs aber freilich hinzugefügt werden:de größer in einem negativ Erhabenen das Erhabene, alsodas Positive ist, desto mehr kann das Negative oder die Nega- 1tion mich verletzen. Je gröfser etwa von dem Verbrecher dasPositive, d. h. die Kraft ist, umsomehr fordere ich von ihmauch das andere Positive; die Steigerung des Menschtums aneiner Stelle fordert die Steigerung desselben überhaupt, oderich fordere diese auf Grund jener. Und je heftiger die Forde-rung ist, umsomehr beleidigt die Nichterfüllung, der Mangel,s die Verkümmerung. Und so kann ich schliefslich auch sagen:
Es beleidigt die Kraft, nicht an sich, aber um des ihr anhaften-den Mangels willen. In Wahrheit beleidigt doch nicht die Kraft,sondern der Mangel.
Wir nennen den Verbrecher böse. Verstehen wir unterdiesem Bösen dasjenige, was wir innerlich verurteilen, so ist7 das Böse nicht ein Positives, sondern es ist die Negation einesPositiven, das wir fordern, nicht Kraft, sondern Schwäche, Ver-kümmerung, Tod. Aber vielleicht fordern wir in dem Verbrecherdies Positive mit erhöhter Intensität auf Grund einer in ihmvorhandenen Kraft, einer gesteigerten Energie des Wollens undTuns. Dann ist dies Böse zugleich erhaben. Es ist dies umsolcher Kraft willen. Die Kraft aber ist an sich gut. DieErhabenheit des Bösen ist also Erhabenheit eines Guten, dem-nach an sich positive Erhabenheit; sie wird zur negativen Er-habenheit des Bösen durch die Negation des Guten, das wir