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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Drittes Kapitel: Das Erhabene.

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ordnet, so dafs ich durch das Sinnliche hindurch nur auf diesenInhalt sehe und ihm ganz und gar hingegeben bin.

Nicht minder hebt die drückende Fülle dessen, was demAuge und Ohr sich darbietet, die verwirrende Mannigfaltigkeit,die ich zumal auffassen soll, und doch nicht zumal auffassenkann, die ästhetische Betrachtung auf.

Hier handelte es sich um Objekte, die durch ihre sinnlicheGröfse über die Grenzen des Vermögens der sinnlichen Auf-fassung hinausgehen. Aber ich kann nun auch noch inanderer Weise einem Objekte gegenüber mich klein fühlen. EinErhabenes ist für mich bedrohlich, es schliefst eine Gefahrfür mein Dasein in sich. Ein Beispiel ist das Unwetter, dasbedrohlich, feindlich auf mich eindringt. Ich nenne es darumfurchtbar, schrecklich. Aber auch dieser Sachverhalt liegt aufser-halb der ästhetischen Betrachtung. Wiederum mufs gesagtwerden: Mein reales Ich bleibt in dieser Betrachtung dahinten.Es ist also unmöglich, dafs in der ästhetischen Betrachtungdies reale Ich bedroht oder geschädigt erscheint. Mit demrealen Ich zugleich schwindet notwendig auch der Gedanke analles dasjenige, was ihm Lustvolles oder Leidvolles durch dasErhabene geschehen könnte. Nicht die ästhetische, nur die prak-tische Betrachtung weifs von dergleichen.

Bleibe ich aber in der ästethischen Betrachtung desErhabenen, und läfst mich das erhabene Objekt in derselbenbleiben, so fühle ich mich nur grofs. Ich bin in in der ästhe-tischen Betrachtung nur das in das Objekt eingefühite ideelleIch. Dies aber fühle ich im Erhabenen als ein grofses. Ebendadurch entsteht ja die Erhabenheit. Das Erhabenheitsgefühlist nicht nur ein Gefühl der Gröfse, sondern es ist lediglichdies. Nur jenes Gefühl der inneren Spannung, das Gefühl,dafs ich nicht mühelos zu der eigenen ideellen Gröfse michsteigere, haftet dem Erhabenen umso mehr an, je mehr es einspezifisch Erhabenes ist.

Dasnegativ Erhabene.

Aus dem Gesagten ergibt sich zugleich, dafs das ästhetischErhabene an sich niemals ein unlustvolles sein kann. Es