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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die Modifikationen des Schönen.

^Gebiet der daseienden und wirkenden Kraft; das Gebiet desnicht erhabenen Schönen, etwa des Anmutigen, Reizenden, Ge-fälligen, vielleicht Entzückenden, ist das Gebiet des hemmungs-losen Gelingens und Geniefsens. Wir sehen in ihm nicht einWirken, sondern ein freies Sichauswirken, nicht die Lebens-kraft, sondern das Sichausleben, nicht Arbeit und Sichmühen,sondern ein Sichgeniefsen; nicht ein Wollen und Tun, sondernein Sichbefriedigen.

Der Gegensatz wird deutlicher und erscheint gesteigert,wenn wir bedenken, daîs die Kraft des Tuns und das Gefühlder Kraft wächst mit der fiemmung, die ihrer Verwirklichungentgegentritt, daîs wir ein Gefühl der gesteigerten Kraft ge-winnen, in dem Mafse als wir fiemmungen überwinden, oderihnen standhalten, auch vielleicht ihnen in innerer Gegenwehrunterliegen.

Ein vor allem wichtiges Gebiet für das Gefühl der Kraftl und Gröfse, und demnach für das Erhabene, ist darum dasGebiet des Kampfes, auch des vergeblichen Kampfes; Kampf aberist das volle Gegenteil von dem hemmungslosen Sichausleben,

von dem Erreichen und Gelingen, von dem Haben, Besitzen undGeniefsen dessen, worauf ein Bedürfnis abzielt.

Ethische Stellung des Erhabenen.

Damit ist das Spezifische des Erhabenen im Gegensatz zumNichterhabenen, darum doch nicht notwendig minder eindrucks-vollen Schönen bezeichnet.

Dieser Gegensatz mufs an die Stelle anderer Gegensätzegestellt werden, wie sie sonst wohl behauptet wurden. Dochdürfen wir vermuten, dafs der Gedanke an jenen Gegensatzder Aufstellung dieser Gegensätze zu Grunde gelegen hat.

Dies wird vor allem zutreffen bei der Erklärung, das Erhabenesei das Schöne in Ruhe, das Anmutige das Schöne in Bewegung.Dies ist richtig, wenn wir unter der Bewegung eben den Fort-gang zum Ziel, das Sichbefriedigen eines Strebens oder Bedürf-nisses verstehen, unter der Ruhe das Dasein der Kraft, dasWollen, das Sichanspannen, auch das Sichbehaupten. In jedem