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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die Modifikationen des Schönen.

ich mich dem Klang hingebe und ihm folge. Dabei erlebeich die Kraft unmittelbar als eine in dem Klang und imFortgange desselben aufgewendete. Und ich erlebe sie nichtals eine willkürlich aufgewendete und auf den Klang gerichteteoder bezogene, sondern mein apperzeptives Tun, und die Kraftoder Anspannung desselben, ist durch den Klang gefordert,kommt aus ihm heraus, ist also seine Sache. Ich fühle michdurch den Klang kraftvoll erfafst und fortgenommen; es ist inihm mein unmittelbar erlebtes Tun und die gefühlte Kraft diesesTuns objektiviert.

Und nun gewinnt das Tun und die Kraft des Tuns weiter-hin diesen oder jenen besonderen Charakter, je nach der Be-schaffenheit des Klanges. Die Kraft meines apperzeptiven Tuns,die ich in den Klang einfühle, ist zunächst nur einfach ge-steigerte Kraft; sie ist dann je nach der Beschaffenheit desKlanges, der zur Auffassung sich darbietet, eine Kraft, dierasch oder lebhaft sich auswirkt, oder eine Kraft, in der dasMoment des Massenhaften, Voluminösen liegt u. s. w.

Eigene Gröfse, und Erhabenheit des Objektes.

Zunächst ist mir aber hier an einer allgemeinen, das Er-habene überhaupt betreffenden Einsicht gelegen. Ich betonteehemals, und berührte vorhin von neuem, den obersten Gegen-satz im Inhalte des Schönen. Ich finde in dem Schönen einWollen und Tun oder ein Vermögen dazu, eineKraft, oderich finde ein ungehemmtes Sichausleben oder Sichbefriedigen.Das Sichausleben steht dem Wollen und Tun gegenüber alsdas Gelingen, Erreichen, Gewinnen; es besagt, dafs mir etwaszu Teil wird, dafs ich etwas habe, besitze, geniefse.

Dieser Gegensatz nun gelangt in diesem Zusammenhangzu entscheidender Bedeutung. Was ich erreiche, gewinne, habe,geniefse, was mir zu Teil wird, beglückt mich, d. h. ich gewinneein Gefühl der Lust an dem, was ich habe oder geniefse, ge-winne, erreiche, ich erlebe eingegenständliches Wertgefühl.

Diesem gegenständlichen Wertgefühl aber steht das Glücks-gefühl meiner eigenen Gröfse als etwas Anderes gegenüber.