Drittes Kapitel: Das Erhabene.
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psychischen Weite. Bei allen anderen Dimensionen kanndas ästhetische Gefühl auf der einen oder der anderen Seitestehen, nur hinsichtlich der Dimension der Tiefe steht esjederzeit auf der positiven Seite. Das ästhetische Gefühl kanndes Charakters der eigentümlichen Eindringlichkeit entbehren,wie er aus den intensiven Empfindungen sich ergibt; es kannein Gefühl der geringeren oder der gröfseren Masse sein, einGefühl der Langsamkeit oder der Raschheit, ein Gefühl desEinförmigen oder der reichen Fülle, ein Gefühl der innerenEinstimmigkeit oder des mit der Gegensätzlichkeit Behafteten;und es kann dabei doch Tiefe haben. Und immer ist es indem Mafse als dies der Fall ist, ein ästhetisches Gefühl oderein Gefühl des ästhetischen Wertes.
Drittes Kapitel: Das Erhabene.
Allgemeiner Begriff des Erhabenen.
Wie jedes Gefühl, so wird insbesondere auch das positiveQuantitätsgefühl, oder das Gefühl der Gröfse, zum ästhetischenGefühl, wenn es den Charakter der Tiefe gewinnt. Dies heifst,wenn ich eigene Gröfse in das Objekt einfühle. Solche ästhe-tische Gröfse ist Erhabenheit.
So wird das Intensitätsgefühl, etwa angesichts des lautenKlanges, zum Gefühl der Erhabenheit, indem ich eine eigene„Intensität“ in den lauten Klang einfühle. Solche eigene In-tensität aber kann nichts sein als Intensität meines Wollensund inneren Tuns, Gröfse des inneren Kraftaufwandes, inten-sive Aktivität. Jeder Klang, so sagte ich schon in dem viertenKapitel des fünften Abschnittes, strömt Kraft und Leben aus.Diese Kraft ist zunächst die Kraft meiner Auffassung desKlanges; aber diese Kraft ist gegründet in dem Klang undseiner Intensität. Ich fühle den eigenen Kraftaufwand, indem