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Die Modifikationen des Schönen.
Klänge können aber auch reicher werden: Es tritt in sieeine gröfsere Mannigfaltigkeit von Obertönen hinein. Sie werdenreicher differenziert. Dann erfährt das Gefühl eine neueModifikation. Es wird zu einem Gefühl, das wir am einfachstenals Gefühl der Mannigfaltigkeit oder der Differenziertheit be-zeichnen.
Damit meine ich wiederum ein Gefühl, wie es zunächst dagegeben ist, wo wir eine gröfsere Mannigfaltigkeit oder Diffe-renziertheit unmittelbar wahrnehmen.
Dies ist nun bei dem „reichen“ Klang nicht der Fall. Wirhören, solange der Klang nicht analysiert ist, nicht die ver-schiedenartigen Obertöne. Bezeichnen wir ihn trotzdem als„reich“, so tun wir dies wiederum wegen der Gleichartigkeitdes Gefühls. Hier zeigt uns aber die Analyse, dafs eine solcheMannigfaltigkeit dem Gefühl tatsächlich zu Grunde liegt.
Im übrigen können wir das Gefühl, von dem hier die Redeist, auch noch mit anderen Namen bezeichnen. Der reichereoder differenziertere Klang ist reizvoller, interessanter, währendder minder reiche einförmig klingt, vielleicht schliefslich lang-weilig wird.
Dieser Gegensatz zwischen dem Gefühl des Reizvollen unddes Einfachen oder Einförmigen begegnet uns nun weiterhinauf allen möglichen Gebieten. Immer hat jenes Gefühl seinenGrund in der reicheren und schärferen Differenzierung.
Von der Bedeutung dieser Differenzierung war ehemals dieRede. Die neue Einsicht, die wir hier gewinnen, ist die, dafsmit der Zunahme der Differenzierung mehr und mehr auch dasGefühl selbst ein anderes wird, ein Gefühl einer reicheren,inhaltsvolleren, lebendigeren Lust, der reicher ausgefüllten Be-friedigung.
Dissonante Lustcharaktere.
Die Differenzierung oder die „Mannigfaltigkeit in der Ein-heit“, so sahen wir gleichfalls an früherer Stelle, kann aber1 schliefslich zur Gegensätzlichkeit in der Einheit werden; dieEinheit kann den Widerstreit in sich aufnehmen, oder es