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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Die Modifikationen des Schönen.

sich bewegt, oder mit dem oben schon gebrauchten Ausdruck,wie von einer breiten Welle, die langsam sich hebt, oder auch,wie von einem breiten und langsamen Schritte, den ich einenMenschen gehen sehe. Nun, der breite Schritt wird freilich natur-gemäfs langsamer geschehen. Aber die Langsamkeit liegt da-rum doch nicht in seiner Breite eingeschlossen. Und breiteWellen bewegen sich nach physikalischen Gesetzen langsamer;aber eine raschere Bewegung derselben ist nicht undenkbar.

Es ist aber auch in unserem Gefühl tatsächlich dieMassenicht jederzeit an dieLangsamkeit oder Ruhe gebunden. Eskann ein Gefühl der Masse bestehen, ohne ein Gefühl derLangsamkeit. Dann hat selbstverständlich das Gefühl derMasse einen anderen Charakter, und wir werden es demgemäfsauch wohl mit einem anderen Namen bezeichnen. Aber damitist die Gleichartigkeit des Charakters nicht aufgehoben.

So liegt in der Klangfarbe mancher Klänge etwas Breitesi oder Massenhaftes, oder wie wir hier lieber sagen, etwas Volles.

' Aber damit braucht sich kein Gefühl des Ruhigen oder Lang-samen zu verbinden, das demjenigen, von dem die tiefen Tönebegleitet sind, vergleichbar wäre.

Endlich kann aber auch, soviel ich sehe, das Gefühl derMasse bestehen und damit nicht nur kein Gefühl der Lang-samkeit sich verbinden, sondern ein entgegengesetztes Gefühlan die Stelle dieses letzteren treten. Ich habe ein Gefühl derMasse oder der Fülle auch angesichts des spektralen Rot, inanderer Weise angesichts des Dunkel- oder Blaurot. Aber ichhabe bei dem Rot zugleich ein Gefühl des rasch Erregendenoder der lebhaften Bewegung. Es ist, als ob in einer breitenMasse im Einzelnen rasche Bewegungen sich abspielten. Damitsteht das Rot dem Blau deutlich gegenüber, in welchem ichMasse finde, aber in ausgesprochener Weise verbunden mitRuhe.

Schliefslich ist zu bemerken: Wie das Gefühl der Ruheoder Langsamkeit und der Raschheit, so verstehen wir auchdas Gefühl der Voluminosität, bezw. des Gegenteils aus derBeschaffenheit der Tonempfindungsvorgänge. Wir sahen soeben,wir haben ein gleichartiges Gefühl derMasse angesichts der