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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Die Modifikationen des Schönen.

solche sind ja überhaupt nicht der Grund der begleitenden Ge-fühle. Sondern dieser liegt in den entsprechenden psychischenVorgängen. Wir müssen also annehmen, dars der Vorgang derEmpfindung eines tiefen Tones eine durch Ruhe oder Langsam-keit ausgezeichnete seelische Bewegung darstellt.

Dies ist zunächst methodologisch gefordert. Wir müssenüberall, so'weit wir können, gleiche Wirkungen auf gleicheUrsachen, wir müssen also insbesondere auch gleiche Gefühleauf gleiche psychische Vorgänge oder gleiche Beschaffenheitenvon solchen zurückführen.

Wir haben aber auch für jene Annahme einen genügendentatsächlichen Anhalt.

Wir sahen früher, dafs und warum wir den Rhythmus derSchwingungsfolgen, denen ein Tonempfindungsinhalt sein Daseinverdankt, in dem entsprechenden Tonempfindungsvorgange, alsodem psychischen Vorgänge, der dem Empfindungsinhalt, Tongenannt, zu Grunde liegt, irgendwie wiederkehrend denkenmüssen. Nun ist die Folge der Schwingungen bei tiefen Töneneine langsame. Demgemäfs müssen wir auch die entsprechendepsychische Bewegung als eine langsame oder ruhig ablaufendebetrachten.

Und davon nun ist das Gefühl der Ruhe der tiefen Tönedas unmittelbare Bewufstseinssymptom.

Ebenso ist das Gefühl der Raschheit, das wir angesichtsder hohen Töne haben, das unmittelbare Bewufstseinssymptomder Raschheit im Ablauf der Tonempfindungsvorgänge. Wirmüssen eben auch hier aus der Raschheit der physikalischenSchwingungsfolgen auf eine entsprechende Raschheit in denTonempfindungsvorgängen schlief sen.

Gefühl der Masse und des Gegenteils.

Mit diesem Gefühl der Ruhe oder Langsamkeit der tiefenTöne hängt nun das Gefühl ihrer Voluminosität oder ihrerBreite, wir können auch sagen, ihrerMasse, zusammen.Darum ist es doch nicht dasselbe Gefühl.

Dies ergibt sich zunächst aus der unmittelbaren Betrach-