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Die Modifikationen des Schönen-
genommenseins, das in der Intensität der Empfindung, etwa derLautheit eines Klanges, seinen Grund hat.
Von da aber gehen wir weiter. Wir bleiben dabei zunächstim Reiche der Klänge. Neben den lauten und leisen finden wirdie tiefen und hohen Klänge. Diese sind, auch ganz abgesehenvon ihrer Intensität, von einem eigentümlichen Quantitätsgefühlbegleitet. Man hat von einer Breite, einer „Volum inosität“, einer„bigness“ der tiefen Töne gesprochen und ausdrücklich erklärt,dafs man damit diesen Tönen eine räumliche Qualität zuer-kennen wolle. Dies ist eine irrtümliche Deutung eines unzweifel-haften Erlebnisses. Ich finde nicht in Tönen eine solche räum-liche Qualität. Aber es ist mir angesichts derselben so zuMute, oder ich fühle mich von ihnen so affiziert, als obin ihnen etwas dergleichen läge. Ich habe ein Gefühl wie vonetwas Breitem oder Voluminösen, d. h. ein Gefühl, wie es sonstdas Breite oder Voluminöse in mir weckt.
Dazu tritt aber sogleich ein zweites Moment. Ich habeangesichts der tiefen Töne auch ein Gefühl wie von etwasRuhigem, Langsamen. Es ist mir zu Mute, wie wenn breiteWellen langsam sich heben. Dagegen muten mich hohe Tönean wie etwas Heftiges oder Rasches; wie wenn kurze Wellenrasch sich heben.
Zwei Momente also unterscheide ich in den tiefen undhohen Tönen: Das Voluminöse oder Breite, bezw. das minderVoluminöse, Dünne, und das Langsame oder Ruhige, bezw. dasRasche. Wir werden gut tun, diese Unterscheidung sicherfestzuhalten.
Ich betone zuerst die Ruhe oder Langsamkeit der tiefen,die Raschheit der hohen Töne. Der Eindruck oder das Gefühldieser Langsamkeit bezw. Raschheit läfst sich nicht etwa, wieman wohl gemeint hat, darauf zurückführen, dafs tiefe Tönein der Musik naturgemäfs langsamer sich folgen, weil siesonst in Gefahr wären, ineinander überzufliefsen. Das fraglicheGefühl bleibt bestehen, auch wenn nur ein einziger tiefer Tongegeben ist und dauernd erklingt, und es bleibt ebenso dasentgegengesetzte Gefühl bestehen, wenn nur ein einziger hoherTon gegeben ist und dauernd erklingt.