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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Farbe, Ton und Wort.

eine Aussage eine Aussage ist, d. h., für die alle Sätze undAussagen psychologisch und logisch gleichwertig sind.

Kundgebende und objektiv berichtende Aussagen.

Sätze, so versichern einige, dienen dem Ausdruck vonUrteilen. Ja sie setzen vielleicht die Sätze oder Aussagen denUrteilen ohne weiteres gleich. Dies ist ein sonderbarer Irrtum.Sätze können freilich Ausdruck eines Urteils über eine Sachesein. Sie können aber ebensowohl unmittelbarer Ausdruck derSache sein. Im letzteren Falle ist dieSache jedesmal eingegenwärtiges inneres Verhalten des Sprechenden. Jene Aus-sage ist objektiver Bericht, diese ist Kundgabe.

Der Satz, der ein Naturereignis beschreibt oder darüberberichtet, ist der Ausdruck nicht des Naturereignisses,sondern eines in dem Redenden stattfindenden Urteiles überdasselbe. Ebenso ist der Satz, der erzählt, dafs ein Menscheinen edlen Entschlufs gefafst habe, weder Ausdruck desMenschen noch seines edlen Entschlusses, sondern er ist wiederumAusdruck meines Urteils, d. h. meines wirklichen oder vermeint-lichen Wissens, dafs der Mensch den Entschlufs gefafst habe.Er ist, wenn ich in der Dichtung dergleichen erzähle, der Aus-druck des inneren Tuns, wodurch für mich dies Erzeugnismeiner dichterischen Phantasie zustande kommt, d. h., meinesVorstellens oder meiner Vorstellung.

Und ebenso ist endlich auch die Mitteilung, dafs ich übereine Sache erstaunt war, nicht Ausdruck meines Erstaunens.Sondern sie ist Ausdruck meiner Erinnerung, oder meinesErinnerungsurteils, dafs dies Erstaunen in mir standfand.

Dagegen ist umgekehrt die Mitteilung meines gegen-wärtigen Erstaunens in dem Satze: Ich bin erstaunt, nichtAusdruck eines Urteils über das Erstaunen, noch Ausdruckmeiner Vorstellung desselben, sondern Ausdruck dieses Er-staunens selbst. Ebenso sind Sätze, wie: Ich freue mich,ich will, ich glaube, Ausdruck eben dieser Freude, diesesWollens, dieses Glaubens.