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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Sechstes Kapitel : Fortsetzung. Die Gegenstandsseite d. sprachl. Darstell. 499

der in dem Satze liegt: Dies Naturereignis erstaunt mich. Dieserletztere Bericht ist gleichartig demjenigen, der in Sätzen liegt,wie: Ich will; Ich wünsche oder möchte; wie schön wäre das;,oder auch: Ich glaube, ich meine. Auch hier ist der BerichtKundgabe.

Mit dieserKundgabe nun sind wir auf einen neuenSachverhalt gestofsen. Wir bezeichnen ihn von jetzt an aus-drücklich durch dies besondere Wort; und unterscheidendavon den Bericht, der nicht Kundgabe ist, alsobjektivenBericht.

Bestimmen wir aber das Eigenartige derKundgabe undihren Gegensatz zum objektiven Bericht genauer: Zunächst be-tone ich: Die Kundgabe in dem Sinne, in welchem ich dasWort hier nehme, geschieht durch eine Aussage oder durcheinen Satz. Sie ist die Mitteilung, die ein gegenwärtigesinneres Verhalten zu ihrem eigentlichen Objekte hat, oder dieAussage, die auf diese Mitteilung abzielt.

In dieser Mitteilung oder Aussage liegt zunächst etwasNeues gegenüber demAusdruck, von dem ich bisher redete,insbesondere gegenüber denformalen Ausdruckselementen.Darunter waren verstanden nicht Aussagen über bestimmteGegenstände, sondern Weisen, sich auszudrücken, irgend eineSache zu bezeichnen oder darüber zu sprechen, nämlich solcheWeisen, in denen ein Verhalten angesichts dessen, worauf dieRede abzielte, oder angesichts ihres eigentlichen Gegenstandeszum Ausdruck kam.

Davon nun ist die Aussage, die ein gegenwärtiges inneresVerhalten zum Objekt hat, unmittelbar auf Mitteilung des-selben gerichtet ist, deutlich verschieden.

Dagegen scheint nun zwischen der Kundgabe einerseitsund dem Bericht über ein Naturereignis oder über eine ver-gangene Weise meines Verhaltens andererseits, lediglich einUnterschied hinsichtlich der Gegenstände zu bestehen, vondenen die Rede ist. Auch dieser objektive Bericht geschieht jain einer Aussage. Und damit wäre überhaupt zwischen Kund-gabe und objektivem Bericht kein grundsätzlicher Unterschied,wenn diejenigen Recht hätten, denen ein Satz eben ein Satz,