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Farbe, Ton und Wort.
dies besagt notwendig, dafs auch ihre Symbolik zum Sinn derWorte in innerlicher Beziehung steht. Sie weist nicht auf einLeben, das den Klängen als Klängen, sondern auf ein solches,das den Klängen als Worten eignet, d. h. den Klängen, indenen, und sofern in ihnen ein denkendes, fühlendes, wollendesIndividuum sich mitteilt.
Anders gesagt: Während vermöge der Symbolik derKlangfarbe der Vokale und Konsonanten, des Reimes, derAssonanz u. s. w. die Klänge und Klangverbindungen alssolche beseelt erscheinen, wird durch die Symbolik der rhyth-mischen Elemente „die Dichtung“, die nicht aus Klängen,sondern aus sinnvollen Worten und Wortverbindungen besteht,ausdrucksvoll. Und dies heifst nichts anderes, als sie bekundenein Leben, das — nicht Leben der Klänge ist, so gewifs esKlangelemente oder akustische Elemente zum Träger hat,sondern Leben eines Individuums, das hinter den Klängensteht und durch die Klänge sich kundgibt. Es ist ein ideellesIch, das in der Rede oder Dichtung durch das Mittel der Klängesich ausspricht.
Das Ich der Rede oder Dichtung.
Damit sind wir auf einen Begriff von entscheidenderWichtigkeit gestofsen, nämlich eben den Begriff des „ideellenIch der Rede oder Dichtung“. Gesetzt, wir hören die Redeoder Dichtung vortragen, und sehen den Vortragenden, so istdies ideelle Ich für uns in dem Vortragenden, als dessen Wortedie Worte erscheinen. Der Vortragende spricht ausdrucksvoll,indem er dieses Tempos, dieses Tonfalls der Stimme u. s. w.sich befleifsigt. Er gibt eine in ihm, sei es wirklich, sei esnur für meinen Eindruck vorhandene Art seiner innerenLebendigkeit kund.
Zugleich aber ist doch diese Lebendigkeit nicht die Lebendig-keit seiner von der Rede oder Dichtung verschiedenen Person,sondern es ist die Lebendigkeit seines ideellen Ich, d. h. seinerPerson, sofern sie in der Rede oder Dichtung lebt und darinaufgeht. Es ist also die Lebendigkeit, welche „die Dichtung“hat, nur eben als die in dem Vortragenden aktuell gewordene.