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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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491
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Fünftes Kapitel : Symbolik der Sprache. Akustische und formaleEIemente. 491

sind, so scheint es, die rhythmischen Elemente, Tempo, Tonfallder Stimme, auch die rhythmischen Elemente im engeren Sinne,nicht in gleicher WeiseElemente der vor mir liegendenDichtung, wie dieKlangelemente. Sie werden nicht gleichunmittelbar darin vorgefunden.

Dazu ist zu bemerken: Auch die Klangfarbe der Vokaleund Konsonanten, den Reim u. s. w., finde ich, wenn ich dieDichtung lese, nicht vor. Der Reim etwa ist gleicher Klangvon Worten; er ist nicht gleiches Aussehen der Schriftbilder.Was ich aber unter der gemachten Voraussetzung unmittelbarvorfinde, sind eben doch lediglich die Schriftbilder. Dazu mufsich die Laute erst hinzufügen.

Freilich gehören die Laute zu den Schriftbildern. Aberauch eine bestimmte Vortragsweise gehört zu den Schrift-bildern, nicht unmittelbar, aber sofern sie einen Sinn oder eineBedeutung haben. Die Schriftbilder fordern von mir den Vollzugbestimmter Klangvorstellungen. Aber sie fordern damit zugleich,sofern sie selbst und die zugehörigen Klänge sprachlicheZeichen sind, die bestimmte Weise des Vortrages. Beidesliegt in gleicher Weise in ihnen, ist in gleicher Weise ihr Eigen-tum, oder ihr Recht.

Aber damit ist nun doch zugleich ein wesentlicher Unter-schied anerkannt. Den Schriftzeichen gehört die bestimmteWeise des Vortrags, oder es gehören ihr die bestimmtenrhythmischen Elemente zu, nur vermöge des Sinnes, dessenTräger sie sind.

Dies hindert nicht, dafs die Symbolik der rhythmischenElemente an diese rhythmischen Elemente selbst, also an dasmusikalische Element der Sprache, oder an dasKlangelementim weiteren Sinne dieses Wortes, gebunden ist. Mag nochso sehr das Tempo des Vortrages oder das Auf- und Ab-wogen der Stimme etc. durch den Sinn der Worte bedingtsein, so haftet doch das eigentümliche Leben, das ich darinfinde, an diesem akustischen Erlebnis. Es liegt nicht unmittel-bar in dem, was die Worte bedeuten.

Anders steht es aber freilich mit dem Inhalt der Symbolik.Dafs die rhythmischen Elemente durch den Sinn bedingt sind,