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Farbe, Ton und Wort.
allem dem fühlen wir eine eigenartige Innerlichkeit, oder eine,wenn auch noch so leise Färbung des gesamten Lebens,das wir in der Rede oder Dichtung erleben. Es ist mirimmer irgendwie anders zu Mute, d. h., ich erlebe mich in derRede oder Dichtung jedesmal irgendwie anders, je nachdemdie Sprachlaute in dieser oder jener Weise, gleichartig oder inreichem Wechsel sich folgen, qualitativ voneinander sich ent-fernen oder zueinander zurückkehren, die Weise des Fortgangsvon einem zum anderen den Charakter des unvermitteltSchroffen oder des Gleitenden hat, schwerfällig oder leichtsich vollzieht u. s. w.
Rhythmische Elemente.
Diesen Klangelementen der Sprache und Sprachsymboliktreten nun zur Seite die rhythmischen Elemente. Ich rechnedazu das Tempo und den Wechsel des Tempos, seine Be-schleunigung und Verlangsamung; die gleichartige undwechselnde Lautheit, also das dauernde Fortgehen eines Forteund Piano, oder das Crescendo und das Decrescendo des Vor-trages; endlich die bleibende Höhe oder Tiefe der Stimmlage,und den wechselnden Tonfall der Stimme. In allem dem er-leben wir in unmittelbarster Weise eine innere Erregung, einenso oder so gearteten Wellenschlag des inneren Geschehens, desinneren Tuns und des sich Auslebens.
Ich rechne aber zu diesen rhythmischen Elementen natür-lich vor allem den Wechsel der Betonungen und Unbetonungenoder minderen Betonungen, das Anklingen und Ausklingen, dasZurückhalten und Fortdrängen, das Fortgleiten, die Anhalte, diePausen; kurz alles dasjenige, was oben speziell mit dem Namendes „Rhythmus“ belegt wurde. Dabei denke ich an den natür-lichen Rhythmus der ungebundenen, ebenso wie an den künst-lichen der gebundenen Rede. Was über die Symbolik dieserElemente gesagt wurde, bedarf keiner Wiederholung.
Zwischen jenen Klangelementen, und diesen rhythmischenElementen besteht ein Gegensatz, der doch nicht mifsdeutetwerden darf. Gesetzt, ein Gedicht liegt gedruckt vor mir. Dann