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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Farbe, Ton und Wort.

Dasselbe, wenn ich sage: Der Sprache eignet unter allem sinn-lich Wahrnehmbaren die mannigfaltigste Symbolik. Kein Wun-der, da die Sprache das spezifische Mittel der seelischen Lebens-äufserung des Menschen ist. Zur Sprache im weiteren Sinnegehören auch die Affektlaute, die schon einmal kurz gestreiftwurden.

Ich kann die Affektlaute eines Anderen verstehen, weil esin mir selbst einen angeborenen oderinstinktiven Trieb derVerlautbarung gibt. Ich verlautbare instinktiv Freude, Schmerz,Schreck und dergl. D. h. ich erlebe einen solchen Affekt, unddieser löst die Bewegung aus, die den Laut hervorbringt. Da-mit sind drei Erlebnisse bezeichnet. Aber diese sind eineinziges Gesamterlebnis.

Und nun höre ich einen gleichartigen Laut. Damit ist einTeil jenes Gesamterlebnisses von neuem gegeben. In diesemaber liegt die Tendenz, zum Ganzen sich zu vervollständigen.D. h. es entsteht in mir die Tendenz zum erneuten Vollzug derBewegung, und damit zugleich zum erneuten Erleben des Affektes.Diese Tendenz verwirklicht sich, wenn sie sich verwirklichenkann. Darüber bitte ich früher Gesagtes zu vergleichen.

Die innerlich ungehemmte Verwirklichung der Tendenz, denAffekt, der dem gehörten Affektlaut entspricht, in mir zu er-leben, ist gleichbedeutend mit positiver Einfühlung in denAffektlaut: Ich höre etwa Laute ehrlicher Freude, ein offenes,von Herzen kommendes Lachen, und fühle mich erfreutnicht überhaupt, sondern in demjenigen, der in solcher Weiseseine Freude kund gibt. Es liegt für mich fühlbare und tat-sächlich gefühlte Freude in dem Lachen. Ich erlebe in diesemLachen und im Hingegebensein an dasselbe die Freude mit.

Ich fühle mich ebenso positiv ein in den Ausdruck desechten, menschlich berechtigten Schmerzes. Ich fühle michendlich auch, aber negativ, ein in die Laute, die kleinlichenÄrger, verbissene Wut oder dergl. verlautbaren.

Sprachlaute.

Minder einfach als das Problem des Verständnisses derAffektlaute scheint das Problem des Verständnisses der Sprache