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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
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Viertes Kapitel: Anfangsgründe der Musikästhetik.

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Kraft des Tones oder Klanges als Kraft dieses Dranges, diesesStrebens oder Wollens.

Dieses Streben oder Wollen, dies Sichausströmen oder Sich-auswirken ist aber wiederum ein anderes und anderes, je nachder Natur des Tones oder Klanges. Es ist nicht nur ein inten-siveres in dem lauteren, ein sanfteres in dem leiseren Ton; son-dern es ist zugleich ein ruhigeres, breiteres, schwereres in demtiefen, ein rascheres, minder schweres, dafürspitzeres,momen-taneres in dem hohen Ton. Ich fühle es als ein einfacheresoder reicheres, als in sich einstimmigeres oder relativ in sichentzweites, je nach der Klangfarbe, die dem Klange eignet. Ichfühle den Klang vielleicht als etwas dübelndes oder Klagen-des u. s. w.

Und dieses Streben, dies Wollen, dies sich Ausströmen,ist auch ein anderes und immer anderes, je nachdem der Klangoder Ton gleichmärsig dahinzieht, oder anschwillt oder ab-schwillt, und je nach seiner Dauer.

Mit den Prädikaten, die wir hier dem Leben gegeben haben,das wir im einzelnen Ton oder Klang erleben oder erleben können,haben wir zugleich schon hinübergegriffen in das Gebiet derStimmung. Auch die Art der seelischen Erregung, die in demTon oder Klang repräsentiert ist, strebt sichauszustrahlen indie Seele überhaupt, oder strebt die ganze Seele nach sich zurhythmisieren. Auch diese Rhythmik der seelischen Erregungüberhaupt, kurz, diese den Ton oder Klang umschwebendeStimmung, scheint dann in diesem Ton oder Klang selbst zuliegen.

Innere Bewegung und Stimmung.

All dieses Leben in den Tönen und Klängen steigert sichaber und vermannigfaltigt sich ins Unendliche, wenn wir siebetrachten in ihren Verbindungen. Indem ich auffassend oderapperzipierend fortgehe von Klang zu Klang, vollziehe ich eineso oder so beschaffene innere Bewegung. Dieselbe ist zunächstmeine Bewegung, mein apperzeptives Tun. Aber dies ist andie Klänge und ihre Folge gebunden, und erscheint demgemäfs,