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Farbe, Ton und Wort.
gleich auf Es als seine Basis hin. Dagegen stehen jetzt C undEs in einem Verhältnis des relativen Widerstreites. DieserAkkord steht also auf zwei Füfsen. Daher der Eindruck derEntzweitheit, Getrübtheit, des relativ Dissonierenden, den wirangesichts des Mollakkordes gewinnen.
Grundgesetze der Melodie.
Nicht minder wird nun aber aus den im Obigen gegebenenVoraussetzungen die innere Gesetzmäfsigkeit der Melodie ver-ständlich. Nehmen wir jetzt an, es folgen sich die TöneC und G; dann macht es einen grundsätzlichen Unterschied,ob der eine, oder ob der andere dieser Töne der erste ist; dieFolge C — G klingt, wie das Heraustreten aus der Ruhelageoder der Lage des Gleichgewichtes, die Folge G —C wie, dieRückkehr in dieselbe. Jene klingt wie eine Frage, diese wieeine Antwort.
Auch dieser Sachverhalt folgt unmittelbar aus dem vorhinGesagten.
Und auch hier nun gilt die Regel: Das Heraustreten ausder Lage des Gleichgewichtes fordert die Rückkehr in dieselbe ;die Frage fordert die Antwort. Allgemeiner gesagt: Jede Gegen-sätzlichkeit oder jeder Widerstreit trägt in sich selbst die Ten-denz der Aufhebung, oder der Herstellung der qualitativen Ein-heitlichkeit.
Im übrigen müssen wir aber zum Verständnis der Melodienoch Eines hinzunehmen. Auch die Nachbarschaft der Tönehat eine ästhetische Bedeutung; nicht die Nachbarschaft be-liebiger Töne, wohl aber solcher, die in relativ einfachenSchwingungsverhältnissen stehen, und von denen der eine ingewissem Grade auf den andern als seine Basis hinweist. DieWirkung der Verwandtschaft solcher Töne und insonderheitdieses Hinweises wird durch die Nachbarschaft gesteigert. DerÜbergang von einem zum anderen erscheint, so können wirkurz sagen, natürlicher. Dies Verhältnis besteht innerhalb derCdur-Tonleiter z. B. zwischen H und D einerseits und dembenachbarten C andererseits.